10.06.2019 10:18

Ferrari-Star tobt

Vettel sorgt nach „gestohlenem Sieg“ für Eklat

Sebastian Vettel fährt beim Grand Prix in Kanada als erster über die Ziellinie und gewinnt trotzdem nicht! Grund: Eine höchst umstrittene Zeitstrafe, die den 31-jährigen Deutschen nach dem Rennen ausrasten ließ. Erst schimpfte Vettel über den Funk, dann nahm er Sieger Lewis Hamilton symbolisch Platz 1 weg und schließlich befeuerte er bei den Interviews auch noch die angeheizte Stimmung. Inzwischen wurde bekannt, dass Ferrari gegen die Fünf-Sekunden-Strafe Protest einlegen will. Den rennentscheidenden Zweikampf zwischen Vettel und Hamilton sehen Sie im Video oben.

Was war passiert? Es war in der 48. Runde: Vettel hat sich verbremst, ist über das Gras gerutscht und dann zurück auf die Strecke. Hamilton lag beinahe gleichauf mit dem Ferrari-Star, wollte überholen. Aber Vettel schloss seinem WM-Rivalen die Tür zu. Er zog nach rechts, dadurch war zwischen seinem Ferrari-Boliden und der Mauer kein Platz mehr. Zu gefährlich, meinten die Stewards und brummten dem Deutschen eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe auf. 

Hier die umstrittene Szene:

„Er hat mich an die Wand gedrückt“
„Er hat mich an die Wand gedrückt“, analysierte Hamilton die Situation, „ich konnte nur mit Mühe einen Unfall verhindern“. Der Ferrari-Star reagierte indes fuchsteufelswild auf die Entscheidung. „Wo zur Hölle soll ich hin? Ich hatte Gras an meinen Rädern. Sie stehlen uns das Rennen“, schimpfte Vettel am Funk. „Ich habe ihn nicht kommen sehen.“ Auch Weltmeister Nigel Mansell twittert: „Eine lächerliche Strafe.“

Eklat in der Boxengasse
So sah es auch Vettel. Er zischte nach dem Rennen erst ins Ferrari-Motorhome ab, statt sich den üblichen Interviews zu stellen. Es ging sofort ab in die Boxengasse. Dort schnappte er sich gleichmal den Aufsteller mit der Aufschrift Platz 1 vor Hamiltons Mercedes und ersetzte diesen mit jenen für den zweiten Platz. Die Nummer 1 für den Rennsieger stellte er hingegen auf den leeren Platz, der eigentlich für seinen Boliden vorgesehen gewesen wäre.

Das Ferrari-Team jubelt. Doch auch dafür wird es eine Strafe geben. Erst nach einigen Minuten Abkühlungsphase erschien der Vorjahressieger unter tosendem Applaus der Zuschauer zur Siegerehrung. Bei dieser wollte ihn Hamilton zu sich auf das oberste Treppchen holen, Vettel blieb dann bei der Hymne etwas unschlüssig mit einem Bein auf der obersten und einem auf der unteren Stufe stehen.

Buht nicht Lewis aus
Immerhin: Ein Shakehands mit dem Weltmeister hat es dann doch gegeben. „Aber die Leute sollen selbst entscheiden, ob das Rennen so in Ordnung war“, fragt Vettel im anschließenden Interview. Die Zuschauer pfeifen. Der Deutsche besinnt sich des Fairplay-Gedankens, forderte zum Abschluss: „Bitte, buht nicht Lewis aus. Er kann nichts dafür, sondern andere Leute.“

krone Sport
krone Sport

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter