Luxemburg gegen Kickl

13.06.2018 17:45

Asselborn bekämpft Asyl-Pläne „bis aufs Blut“

Dem Luxemburger Außenminister Jean Asselborn stoßen die Pläne von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), Flüchtlinge in Auffanglager außerhalb der EU unterzubringen, sauer auf. „Ich werde mich mit aller Macht gegen diese Initiative stemmen und sie bis zum letzten Tropfen Blut bekämpfen“, betonte er laut „Luxemburger Wort“. Er will verhindern, dass das Problem auf arme Staaten wie Albanien und Kosovo abgewälzt wird.

Innenminister Kickl hatte beim Treffen der EU-Innenminister angekündigt, abgelehnte und neue Asylsuchende in Auffanglager im EU-Ausland unterbringen zu wollen. Im Gegenzug sollen die armen Zielländer finanzielle Zuwendungen bekommen.

Asselborn: „Lieber verliere ich die Wahl“
„Das hat mit dem europäischen Solidaritätsgedanken nichts mehr zu tun“, meint Asselborn. Die emotionale Ansagen des Außenministers folgten nach einem Treffen mit dem kosovarischen Außenminister Bheghet Pacolli. Er wirft seinem österreichischen Kollegen Populismus vor: Kickl wolle mit diesen Plänen in der Öffentlichkeit Punkte sammeln und in weiterer Folge Wahlen gewinnen. „Lieber aber verliere ich die Wahl, als dass ich an einer solchen Aktion teilnehme“, ärgert sich Asselborn.

  • Asselborn (re.) und Kurz bei einem Außenministerrat 2016 in Brüssel
    Asselborn (re.) und Kurz bei einem Außenministerrat 2016 in Brüssel

Der Luxemburger Politiker steht mit seiner Meinung nicht alleine da: Flüchtlingsexperten warnen davor, dass so „Konzentrationslager“ entstehen würden. Die vielen illegalen Flüchtlinge in der EU in solche Massencamps zu bringen, sei auch logistisch schwierig.

 „Achse der Willigen“ macht gemeinsame Flüchtlingspolitik
Rückendeckung in Flüchtlingsfragen gibt es indes aus Deutschland: Der Innenminister Horst Seehofer unterstützt die Forderung der österreichischen Regierung „Albanien als alternative Migrationsroute“ zu schließen.  In einer „Achse der Willigen“ werden Österreich, Deutschland und Italien in der Flüchlingspolitik zusammenarbeiten, wurde angekündigt.

  • Horst Seehofer
    Horst Seehofer
 krone.at
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