Hassorgie im Internet

16.04.2018 11:58

Carmen Geiss: Morddrohung von Minderjährigem

Nach dem Echo-Skandal kritisierte Carmen Geiss auf Facebook den Rapper Farid Bang. Sie schrieb in einem Post unter anderem, Farid sei „eine arme Seele und wirklich eine kranke Person, die nicht nur ein Frauenverachter, sondern ein Deutsch-Hasser“ sei. Fans des umstrittenen Rappers posteten daraufhin beängstigende Morddrohungen gegen den Reality-TV-Star.

Am Samstag schimpfte TV-Star Carmen Geiss auf Facebook über den Rapper Farid Bang und trat damit eine Lawine des Hasses los. Neben ein Foto des 31-Jährigen schrieb Geiss bezugnehmend auf die Echo-Verleihung: „Jetzt hast du deine Plattform! Kranker Mensch! Deutschland geht unter mit dir, und mit deiner bescheidenen Musik. Ich bin froh, dass ich im Ausland lebe!“ Außerdem nannte sie Farid eine „arme Seele und wirklich eine kranke Person, die nicht nur ein Frauenverachter, sondern ein Deutsch-Hasser“ sei.

Während viele Fans der TV-Persönlichkeit beipflichteten, verirrten sich aber auch Anhänger des wegen antisemitischer Textzeilen kritisierten Rappers auf die Facebookseite von Geiss und beschimpften sie aufs Schlimmste. Sogar Morddrohungen und Vergewaltigungsandrohungen waren darunter. Nachdem die Beschimpfungen überhand nahmen, wandte sich Geiss mit einem weiteren Posting an ihre Leser und bat ihre Fans, „auf diese verachtenden Kommentare nicht mehr zu antworten“. Man sehe, dass „diese Menschen Frauen nicht respektieren und ältere Menschen hassen ...“ 

„Würde dich dafür abstechen“
Damit war aber noch nicht Schluss: Am Sonntag veröffentliche Geiss dann einige der schlimmsten Drohungen gegen sie und zeigte dabei auch Fotos der kindlichen Hassposter. Einer hatte unter anderem geschrieben: „Du bist voll eine Hurentochter, das was du zu Farid Bang gesagt hast, wirst du noch heimzahlen, du abgefuckte Hure alter, wenn ich dich sehen würde, würde ich dich dafür abstechen, du kleine Fotze.“ Dass es sich bei den Postern um Kinder handelt, macht Geiss besorgt. Sie schreibt: „Ein Beispiel von einem jungen Mann, dem die Rapper-Musik nicht gut tut! Den die Musik aggressiv macht.“ Die Staatsanwaltschaft werde Klage erheben. „Man kann sich auch im Internet nicht alles erlauben. Es ist schon schlimm, dass man in der heutigen Zeit damit rechnen muss, bei öffentlichen Auftritten attackiert zu werden.“ 

Auch Carmen Geiss‘ Ehemann Robert ist empört über die Hassorgie gegen seine Frau. Nobel zurückhaltend formuliert aber auch der Millionär seine Kritik nicht. Er pöbelt vielmehr auf Instagram: „Liebe Leute!! Ich habe heute gehört ihr ward alle sehr stark gegen meine Frau unterwegs! Super! Ihr seid stark und ihr Rapper ihr seid mächtig!!! Seid ihr vielleicht schon 1,60 Meter?“ Wenig politisch korrekt schimpft er dann gegen Ausländer, die in Deutschland alle Gelder beziehen. Er fragt, warum diese noch dort sind. Wirft ihnen vor, Brainstorming mit deutschen Kindern zu machen. Später veröffentlich auch er das Foto eines jungen Hassposters auf seinem Account. 


Musiker geben Echo zurück
Die Musiker von „Notos Quartett“ haben unterdessen aus Protest gegen die Echo-Auszeichnung von Farid Bang und Kollegah ihren gewonnenen Echo zurückgegeben. Über die Entscheidung, die Verhöhnung von Holocaust-Opfern mit einem Preis zu würdigen, sei man „zutiefst erschüttert“, erklärten die Klassik-Nachwuchskünstler des Jahres in einem Facebook-Post.


Der Sänger Peter Maffay hat den Rücktritt der Echo-Verantwortlichen gefordert. „Zur Tagesordnung jetzt überzugehen, geht nicht. Es muss eine Aufarbeitung geben“, schrieb Maffay am Montag auf seiner Facebook-Seite. Die beiden Rapper waren bei der Echo-Verleihung vergangene Woche für einen Song ausgezeichnet worden mit den Zeilen: „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ‘nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“. Der verantwortliche Bundesverband Musikindustrie hatte nach einer Welle des Protests schließlich Änderungen am Konzept des Musikpreises angekündigt.

Maffay fordert Rücktritt der Echo-Verantwortlichen
Das reiche nicht aus, kritisierte Maffay. „Die Konsequenz aus den Vorfällen sollte sein: Die Verantwortlichen nehmen ihren Hut und an ihre Stelle treten glaubhafte Personen, die für die Zukunft die nötige Transparenz garantieren“, schrieb er.

Die Verleihung sei gerade angesichts der deutschen Vergangenheit eine „Ohrfeige für das demokratische Verständnis in unserem Land“, so Maffay. Zudem habe sich der Echo zu einem reinen Vermarktungsmodell entwickelt. „Es geht um Geld, um Marktanteile und um Selbstdarstellung. Die Künstler selbst sind nur noch Statisten.“

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