"Frauenfeind-Preis"

28.10.2005 11:28

"Rosa Handtaschl" geht an Gunnar Prokop

Die Preisträger sollten wenig stolz sein, auf ihre stacheligen Lorbeerkränze: Das österreichische Frauennetzwerk Medien hat die "Rosa Handtaschl 2005" für die frauenfeindlichsten Sager in der Öffentlichkeit vergeben. Mit seinem ersten Platz darf sich jetzt Handballtrainer und Ministerinnen-Gatte Gunnar Prokop in die Riege der peinlichen Klischeetreiber einreihen...

"Die Frau gehört in die Kuchl, soll die Kinder erziehen und aus!" Mit dieser wenig charmanten Aussage hat sich Handballtrainer Gunnar Prokop ein Eigentor geschossen. An ihn geht das erste "Rosa Handtaschl". Geäußert habe er sich laut Frauennetzwerk bisher nicht dazu; seiner Frau, Innenministerin Liese Prokop, dürfte er damit allerdings auch kein Geschenk gemacht haben.

Das Frauennetzwerk Medien teilt jedes Jahr die ironisch gemeinte Trophäe an die peinlichsten Herren der Medienlandschaft aus. Auf Platz zwei darf sich Ex-Politiker und Magna-Sprecher Andreas Rudas freuen. Das rosa Accessoire soll ihn zukünftig daran erinnern seine Zunge zu zügeln. Er meinte, die Wordgewandtheit der zweiten Nationalratspräsidentin Barbara Prammer reiche nicht dafür aus, fehlerlos zu grüßen.

Am dritten Platz schießt dieses Jahr ein Staatsanwalt den Vogel ab. Mit "Prostituierte werden nicht besonders erniedrigt, wenn sie vergewaltigt werden" hat sich der Jurist Hans-Christian Leiningen eigentlich weit mehr, als nur den rosaroten Wink mit dem Zaunpfahl verdient.

Im vergangenem Jahr hatten Kurt Bergmann und Austropopper Wolfgang Ambros das rosa Handtaschl erhalten.