22.11.2019 15:00

„Schwierige Klasse“

Lehrer in Schüler-Chat beschimpft: Vier Rauswürfe

An einer Wiener Handelsschule haben 15- bis 16-jährige Schüler eine WhatsApp-Gruppe gegründet und dort übel über Lehrer geschimpft. „Ich war persönlich betroffen“, erzählt eine Professorin während eines ÖVP-Hintergrundgesprächs über Gewalt an Schulen. Vier Jugendliche flogen von der Schule.

„Es war eine ganz schwierige Klasse“, erzählt die Lehrerin, die anonym bleiben möchte. „Die Kollegen wollten nicht mehr in die Klasse.“ In der WhatsApp-Gruppe schimpften die Jugendlichen über ihre Lehrer. „Das waren Schimpfwörter, die ich noch nicht einmal kannte“, erzählt sie weiter.

„Müssen immer Sozialarbeit übernehmen“
„Doch die Nachrichten sind aufgeflogen. Ein Schüler hat den Chat an den Klassenvorstand exportiert. Wir haben dann 70 Seiten ausgedruckt. Glücklicherweise ist die Direktion hinter uns gestanden“, so die Lehrerin. Vier Schüler mussten von der Schule gehen. „Viele Schüler wissen gar nicht, was das bedeutet, was sie da schreiben. Sie kommen aus bildungsfernen Schichten. Das ist schon eine Straftat!“, betont sie. „Wir Lehrer sind verunsichert und müssen immer mehr Sozialarbeit übernehmen. Wir sind aber Pädagogen und haben keine Sozialarbeiterausbildung.“

  • ÖVP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer
    ÖVP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer

Hier setzt die Wiener ÖVP an und fordert flächendeckende Präventionsgespräche durch Polizisten an Schulen. Das Programm gibt es schon und hat sich in der Praxis bewährt. „Österreichweit gibt es 400 Präventionspolizisten, die an Schulen über Themen wie Gewalt oder Drogenprävention sprechen“, sagt ÖVP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer. Doch das wissen viele Schulen gar nicht. Die Türkisen nehmen die Bildungsdirektion in die Pflicht, das Programm flächendeckend einzuführen, und fordern erneut einen Schulsozialpädagogen an jedem Standort.

Maida Dedagic, Kronen Zeitung

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