Privatwirtschaft

Absage für den Mindestlohn

Im Streit um die Einführung eines Mindestlohns wird der Ton rauer. Wie berichtet, sollen im Landesdienst und den landesnahen Betrieben künftig mindestens 1700 Euro netto gezahlt werden. Dadurch will man auch der Privatwirtschaft höhere Gehälter abringen. Diese erteilt dem Vorhaben jetzt aber eine klare Abfuhr.

Seit Wochen wettert die Wirtschaft gegen den Mindestlohn. Umso vehementer fordert die SP diesen auch für die Privatwirtschaft ein. Nun spitzt sich der Streit zu: Der Wirtschaftsbund erteilte der Idee eine Absage. „Das hätte zur Folge, dass zuerst in der Industrie, danach im Gewerbe und später im Handel die Lichter ausgehen“, so Wirtschaftsbund-Direktor Ulf Schneller. Grund: 1700 Euro netto würden inklusive Dienstgeberanteil 3100 brutto bedeuten - für viele Betriebe nicht stemmbar.

Die SP weist dies zurück. Zehn Euro netto pro Arbeitsstunde seien mehr als angemessen, heißt es. „Ich lade Direktor Schneller ein, mit einer Köchin in einer Großküche - die 1400 Euro netto für 40 Stunden bekommt - zu diskutieren, ob die Entlohnung gerecht ist“, ärgert sich SP-Landesgeschäftsführer Roland Fürst. Schützenhilfe liefert die Arbeiterkammer: „Es besteht die Notwendigkeit für kollektivvertragliche Mindestlöhne von 1700 Euro netto“, fordert AK-Präsident Gerhard Michalitsch. Derzeit würden mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Burgenland weniger verdienen. Ab kommendem Jahr soll die untere Einkommensgrenze im Landesdienst und bei der Krankenanstaltengesellschaft angehoben werden. Danach sollen die landesnahen Betriebe folgen. Schneller glaubt aber nicht, dass es so weit kommen wird: „Dann könnten diese Unternehmen nicht mehr auf dem freien Markt existieren“, ist er überzeugt. Die Beschäftigten hätten gegen ein wenig mehr Geld auf dem Konto wahrscheinlich nichts einzuwenden ...

Christoph Miehl, Kronen Zeitung

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