28.11.2018 15:55

Ukraine-Botschafter:

„Deutsche Marine ins Schwarze Meer entsenden!“

Um den eskalierenden Streit zwischen Russland und der Ukraine zu entschärfen, hat der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, am Mittwoch gefordert, die deutsche Marine ins Schwarze Meer zu entsenden. Dies könne „zu einer Deeskalation der Lage beitragen und Russlands Brutalität vor der Halbinsel Krim stoppen. Deutschland muss Russlands Präsident Putin endlich in die Schranken weisen“, sagte der Diplomat im Deutschlandfunk.

Melnyk meinte in dem Interview, die deutsche Regierung solle ein Ultimatum stellen, um die Freilassung der von Russland im Schwarzen Meer festgesetzten Soldaten zu erzwingen. Am Sonntag war es vor der Halbinsel Krim zu einer militärischen Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine gekommen, in deren Folge drei ukrainische Soldaten festgenommen und zu zwei Monaten Haft verurteilt worden waren.

  • Die Fregatte „Köln“ der deutschen Marine
    Die Fregatte „Köln“ der deutschen Marine
  • Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter in Berlin
    Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter in Berlin

Russland verstärkt Militärpräsenz
Während die Russen anschließend ihre Militärpräsenz in der Region verstärkten, rief der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sogar das Kriegsrecht aus. Österreichs Außenministerin Karin Kneissl forderte bereits am Montag von beiden Seiten mehr Besonnenheit ein.

  • Einer der festgenommenen Matrosen auf dem Weg zum Gericht auf der Halbinsel Krim
    Einer der festgenommenen Matrosen auf dem Weg zum Gericht auf der Halbinsel Krim
  • Ukrainische Militärschiffe vor der Halbinsel Krim
    Ukrainische Militärschiffe vor der Halbinsel Krim

„Deutschland muss endlich klare Kante zeigen“
Andrij Melnyk forderte neben einem deutschen Ultimatum auch die Drohung an Russland, sämtliche Öl- und Gasimporte einzustellen. „Deutschland muss endlich klare Kante zeigen und sehr, sehr klare Worte finden. Dazu gehört auch die Keule schmerzhafter Sanktionen“, so Melnyk.

Von der Entsendung der deutschen Marine erhofft er sich eine Deeskalation. „Das ist keine Frage, denn wenn man da vor Ort ist, dann hat auch Russland weniger Möglichkeiten, so brutal zu agieren, heute die Meerenge von Kertsch zu schließen, morgen wieder zu öffnen und so weiter.“

 krone.at
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