Strenge Kriterien:

Finanzamt bittet Leseverein in Pinsdorf zur Kasse

Kopfschütteln in Pinsdorf: Dem Verein Lesewelt, der Sprachkompetenz von Kindern und die Kommunikation mit Gehörlosen fördert, soll die Gemeinnützigkeit aberkannt werden. Das Finanzamt Gmunden-Vöcklabruck verlangt 1900 Euro Steuernachzahlung. Und es ist nicht der einzige Fall...

Seit 2012 gibt es die Lesewelt, in der sich Ehrenamtliche in Sachen Sprachkompetenz engagieren. „Wir machen Leseprojekte, gestalten Bilderbücher oder bieten Gebärdensprachkurse an“, nennt Obmann Peter Kaiser Beispiele. Umso unverständlicher ist es, dass der Verein nun gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit kämpfen muss. Für 2013 bis 2017 fordert das Finanzamt 1900 € Körperschaftssteuer (25% des Gewinns) als Nachzahlung. „Wir machen aber keinen Gewinn, alles fließt in Projekte“, ist Kaiser sauer.

Steuerberater beschuldigt den Beamten
Die Lesewelt hat sich mit Hannes Schober einen Steuerberater genommen. Der betreut auch einen zweiten Verein, der gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit kämpft. „Ich vermute eine überzogene Auslegung der steuerlichen Vereinsbegünstigung sowie ein Motiv des Einzelbeamten am dafür zuständigen Finanzamt “, sagt Schober.

Land kann nicht helfen
Brisant: Die Lesewelt hat 2017 den Solidaritätspreis der Diözese erhalten. Mit der Landesfinanzdirektion hat es ein Gespräch gegeben, wo um Hilfe gebeten wurde. „Es handelt sich aber um ein Verfahren beim Bund und wir können nicht mehr machen“, heißt es aus dem Büro von LH Thomas Stelzer.

Simone Waldl, Kronen Zeitung

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