07.12.2019 12:55

Dramatischer Einsatz

Sieben Tote bei Explosion in slowakischem Hochhaus

Bei einer Gasexplosion und einem darauffolgenden Brand in einem zwölfstöckigen Hochhaus in der ostslowakischen Stadt Presov sind am Freitag nach jüngsten Angaben mindestens sieben Menschen gestorben, mehr als 40 weitere wurden verletzt. Die Löscharbeiten dauerten bis Samstagvormittag an. Wie es zu der Tragödie kommen konnte, wird noch ermittelt.

Die Explosion zwischen dem neunten und dem zwölften Stock war derart heftig, dass auch Fenster in den umliegenden Wohnhäusern zersprangen. Bei dem folgenden Brand waren mehrere weitere kleinere Explosionen zu hören. Ein Teil des Stiegenhauses stürzte ein.

Dramatische Rettung vom Dach
Auch die slowakische Armee war mit Hubschraubern und Soldaten an der Rettung der Hausbewohner beteiligt. Mehrere Menschen waren auf Balkone und das Dach des brennenden Gebäudes geflüchtet. Sie konnten alle gerettet werden.

Die Rettungsarbeiten wurden von heftigem Wind erschwert. Die Geretteten wurden schließlich in umliegenden Schulen untergebracht.

Gasinstallation vor zwei Jahren als Ursache
Der regionale Feuerwehrchef erklärte, die Explosion hänge vermutlich mit einem vor zwei Jahren nicht korrekt durchgeführten Umbau der Gasinstallation zusammen. Er wies darauf hin, dass die Eigentümer diesen Umbau im Jahr 2017 ohne Genehmigung und trotz Widerspruchs der Feuerwehr durchgeführt hätten.

Eine überlebende Hausbewohnerin kritisierte im Fernsehen, dass viele Schaulustige den Brand mit ihren Handys filmten, anstatt den Verzweifelten zu helfen, die aus dem brennenden Haus in die Winterkälte geflüchtet waren. Sie selbst habe nur überlebt, weil sie in eine tieferliegende Wohnung gelaufen sei, um Nachbarn zu fragen, woher der Gasgeruch im Haus stammen könne. Gleich darauf sei es zur Explosion gekommen, in deren Folge auch ihre Wohnung gebrannt habe, sagte die Frau.

Regierungschef Peter Pellegrini und mehrere Minister waren noch am Freitagabend an den Unglücksort gefahren. Pellegrini erklärte, das Gebäude müsse wegen der schweren Schäden abgerissen werden.

Das rund 400 Kilometer östlich der Hauptstadt Bratislava gelegene Presov ist die drittgrößte Stadt unseres Nachbarlandes.

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