„Krone“-Kommentar

Die Geschichte der SPÖ muss nicht vorbei sein

Am Ende ist es einfach. Ob Sebastian Kurz mit den Grünen oder der FPÖ regieren will, wird für ihn eine Abwägung der Risiken sein. Die bessere Story ließe sich mit dem eher eigenwilligen Werner Kogler erzählen. Dafür steht der von Herbert Kickl bedrängte Norbert Hofer den Türkisen ideologisch eindeutig näher.

Als völlig ausgeschlossen gilt aus heutiger Sicht eine große Koalition. Die SPÖ mag einiges bieten, aber keine Stabilität. Nach dem Wahldebakel versinken die Sozialdemokraten in ihren eigenen Bösartigkeiten und Intrigen. Im Kampf gegen seinen Untergang reißt der alte rote Apparat die verbliebenen jüngeren Kräfte mit in den Abgrund.

Die Geschichte der SPÖ muss an dieser Stelle aber nicht vorbei sein. Es ist gar nicht lange her, da war die ÖVP in einer vergleichbaren Lage. Dann kam Sebastian Kurz mit seiner frischen Truppe und servierte die Altherrenpartie kurzerhand ab. Die grummelt zwar weiter aus den Hinterstuben, aber mehr als bloß lästig ist das nicht. Die Potenz von einst ist weg.

Bis zur nächsten Regierungsbildung wird sich eine Erneuerung der SPÖ nicht ausgehen. Aber für die 130 Jahre alte Partei öffnet sich nun ein Zeitfenster, um bis zur nächsten Nationalratswahl eine moderne und attraktive politische Alternative werden zu können.

Sollte Sebastian Kurz das Abenteuer mit den Freiheitlichen wiederholen, muss die SPÖ bei ihrer Neuaufstellung allerdings schnell sein. Bekanntlich sind Partnerschaften mit der FPÖ nicht von langer Dauer.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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