City4U fragt nach

DJ im Talk: „Lebe am absoluten Minimum“

Gerhard, besser bekannt als DJ G-Hot, steht seit acht Jahren hinter den Turntables. Partypeople kennen ihn vom Prater DOME, dem A-Danceclub oder der Passage. Aber auch in Deutschland, Bratislava und weiteren Orten hat er bereits aufgelegt. Damit ist seit Corona jedoch Schluss. Wie und ob er finanziell überlebt? City4U hat nachgefragt: 

Nicht nur die Wiener Nachtclubs wissen nicht, wie es mit ihrer Existenz weitergeht. Auch die zahlreichen DJs und DJanes der City und darüber hinaus sind von der Krise betroffen. Gerhard, oder besser gesagt DJ G-Hot, stand City4U Rede und Antwort:

Bist du durch Corona arbeitslos geworden oder hast du noch andere Einkommensquellen?

Durch die Verordnung sind wir DJs bekanntlich leider stark betroffen. Wir dürfen weder Hochzeiten noch in Clubs spielen, die auf ungewisse Zeit geschlossen haben. Wie viele andere in der Branche habe ich kein zweites Standbein in finanzieller Hinsicht und habe bisher vom Job als DJ gelebt.

Wie bewältigst du die Krise finanziell?

Ich lebe sogut es geht am absoluten Minimum und greife auf mein Erspartes zurück. Der Staat hilft mir da sehr wenig, da ich seit meinem letzten Auftrag Anfang März zwar 1000 Euro bekommen habe, seitdem aber keine Auszahlung mehr und das aber die seither entstandenen Fixkosten bei weitem nicht deckt.

Du nimmst Live-Streams auf, profitierst du davon auch, um dich über Wasser zu halten?

Die Streams dienen dazu, die Musik auch online am Leben zu erhalten und den Usern und Fans die Beats nach Hause zu bringen. Leider profitiere ich bisher nicht davon, da die meisten Zuseher nicht wissen, dass man spenden kann oder es nicht tun. Somit tue ich es aus Liebe zum Beruf und den Fans.

Wie aufwendig ist so ein Stream?

Einfach Handy aufstellen und streamen ist es nicht. Man will ja Qualität liefern. Für einen guten Stream benötigt man einen Green-Screen und das passende Licht. Das Wichtigste ist aber natürlich die gute Internetverbindung. Dazu habe ich mir auch Programme gekauft, um Ton und Video in einen Stream zu bekommen und gefühlt tausend Kabeln herumliegen - inklusive zwei starker Laptops. 

Wie ist die generelle Stimmung um dich in der DJ-Szene?

Es sind alle sehr angeschlagen in finanzieller Hinsicht. Für viele ist das ihr Hauptjob. Das heißt null Einnahmen. Wir telefonieren sehr oft mit Kollegen und tauschen uns aus. Jeder versucht, auch die anderen etwas zu supporten. Aber generell sind alle etwas verzweifelt weil keiner weiß, ob 2020 noch irgendetwas passiert.

Weitere Interviews folgen auf www.city4u.at 

Mai 2020

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Vanessa Licht
Vanessa Licht
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