Neue Studie:

Frauen trifft Corona-Krise besonders hart

Die Corona-Krise hat die ganze Welt mit voller Wucht getroffen. Kinder, ältere Menschen, Alleinerziehende, unverschuldet Arbeitslose, Angehörige der Risikogruppen - fast jeder leidet auf die eine oder andere Art. Laut einer Studie im Auftrag der SPÖ-Frauen trifft es aber vor allem das weibliche Geschlecht. Neun von zehn Befragten gaben an, dass sie den größeren Anteil der Belastung alleine tragen.

„Unter der Corona-Krise leiden sowohl Männer als auch Frauen - keine Frage“, betonte Doris Anzengruber, Leiterin der Caritas Sozialberatung in Wien, in einer Aussendung. „Aber die Maßnahmen zur Eindämmung der Krise und ihre Folgen treffen Frauen härter. Das spüren wir ganz deutlich.“ Täglich nimmt das Team der Sozialberatungsstelle bis zu 200 Anrufe von Hilfesuchenden entgegen. Der größere Anteil fällt dabei auf Frauen.

Eine Tatsache, die sich auch in einer von den SPÖ-Frauen in Auftrag gegebenen Studie zur Situation von Frauen am Arbeitsmarkt, für die 1000 Frauen zwischen 15 und 65 Jahren befragt wurden, wiederspiegelt. 86 Prozent der Befragten gaben an, dass Frauen den Hauptteil der Belastungen in der derzeitigen Situation tragen. Bei den Alleinerziehenden waren es sogar 93 Prozent. Sie spüren die Mehrfachbelastungen im Moment besonders: Beruf, Haushalt, Kindererziehung. Eine gerechte Teilung zwischen Partnern bei den Aufgaben gibt es beim vier von zehn Befragten nicht.

Außerdem machen sich Frauen Sorgen um ihre Zukunft. Mehr als die Hälfte rechnet damit, dass sich ihre berufliche Situation verschlechtern wird. Zwei Drittel sind sich sicher, dass ihre Situation schlechter sein wird, als jene der Männer. Ein Drittel der Frauen hat Angst um ihren Arbeitsplatz, die Hälfte der Frauen berichtet über einen deutlich gestiegenen Betreuungsaufwand die Kinder betreffend.

Als größte psychische Belastung geben die Frauen die Isolation in der Kernfamilie an. Besonders alarmierend: Jede zweite Frau, die aufgrund von Corona arbeitslos wurde, fühlt sich von öffentlichen Stellen nicht ausreichend unterstützt. SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek fordert unter anderem ein Paket für Alleinerziehende und die Einführung der 30-Stunden-Woche. 

Mai 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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