Cyber-Grooming

„Elfjährige“ wird im Netz von Erwachsenen bedrängt

Dass das Internet vor allem für Kinder gefährlich sein kann, ist nichts Neues. Man weiß auch, dass viele Erwachsene als Fake-Kids im Netz unterwegs sind, um gezielt Teenager anzuschreiben und sie zu einem Treffen zu überreden. Doch welche schlimmen Ausmaße das bereits angenommen hat, zeigt das Experiment einer 37-jährigen Mutter, die in Chats als 15- und elfjähriges Mädchen posiert hat und binnen kürzester Zeit zahlreiche sexuell anzügliche Nachrichten von erwachsenen Männern bekommen hat. Einen hat Sloan Ryan sogar in einem Hotel getroffen - mit schockierendem Ergebnis.

Sloan Ryan, eine Mutter und Internet-Spezialistin aus den USA, wollte genau wissen, was passiert, wenn ein junges Mädchen online geht. Also verwandelte sie sich mithilfe von Maskenbildnern und Arbeitskollegen - sie arbeitet für „Bark“, eine Firma die Online-Content überwacht - in eine 15-Jährige und erstellte ein Fake-Profil. Kaum war es auf Instagram und Kick online, trudelten auch schon die ersten Nachrichten ein. „Du bist hübsch“, „Willst du chatten?“ oder „Schick mir ein Foto von dir“. Einer wollte sie gar dazu überreden, dass der vermeintliche Teenager ihm täglich ein Foto von ihr schicke. Doch damit nicht genug: Ryan erhielt auch ungefragt Nacktfotos von erwachsenen Männern.

Nach diesen schockierenden Erfahrungen ging Ryan mit ihrem Team noch einen Schritt weiter und verwandelte sich in ein elfjähriges Kind. Doch das vermeintlich junge Alter störte niemanden, im Gegenteil. Die Amerikanerin erhielt innerhalb kürzester Zeit eine Nachricht von einem User, dessen Profilbild ein Penis war: „Weißt du, was ein Blowjob ist?“ Die Männer wurden immer fordernder und keinen störte es, dass sie mehrmals betonte, noch ein Kind zu sein.

Die 15-Jährige Version von Ryan erhielt aber nicht nur anzügliche Nachrichten. Ein User wollte sie persönlich treffen. Nach Rücksprache mit Sicherheitsexperten tat die Internet-Spezialistin, verkleidet als Teenager, das schließlich auch. Sie traf den erwachsenen Mann in einer Hotellobby. Dort versuchte dieser, sie dazu zu bringen, mit ihm auf ein Zimmer zu gehen. In dem Glauben, dass sie ein 15-jähriges, schüchternes Mädchen wäre, dass noch Jungfrau ist. Immer wieder beteuerte er, dass er vorsichtig sein würde.

Die Aufnahmen sind verstörend. Einige Männer, die sich bei den vermeintlichen Kindern während des Experiments meldeten, wurden bei der Polizei angezeigt und verhaftet. Doch das löst nicht das Problem. Die Polizei könne nicht alle problematischen Fälle wegsperren. Sie appelliert an die Eltern, zu kontrollieren, was ihre Kids im Netz so treiben und deren Handy über Nacht einzukassieren. Mittlerweile reagieren auch die Betreiber der sozialen Plattformen ein bisschen: TikTok hat erst vor kurzem den „Begleiteter Modus“ für Eltern aktiviert.

Februar 2020

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mehr
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.