Alarmierende Studie

Bereits Babys beschäftigen sich täglich mit Tablet

Anlässlich des 17. Internationalen Safer Internet Day am 11. Februar präsentiert saferinternet.at eine aktuelle Studie zum Thema „Die Allerjüngsten und digitale Medien“. Das Ergebnis: Fast Dreiviertel der befragten Eltern der Null- bis Sechsjährigen geben an, dass ihr Kind internetfähige Geräte benutzt - bereits ab einem Alter von zwölf Monaten, manche sogar noch früher. 33 Prozent der Kleinen beschäftigen sich sogar täglich mit Tablet und Co.

Sie können weder gehen, noch sprechen. Mit dem Tablet wissen sie aber umzugehen. Das ist das schockierende Ergebnis der Studie „Die Allerjüngsten und digitale Medien“, die das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und die ISPA - Internet Service Providers Austria in Auftrag gegeben hat. Eine Welt ohne Smartphone wäre heute nicht mehr vorstellbar. Sie erleichtern uns das Leben in vielerlei Hinsicht, können aber auch gefährlich werden

Deswegen ist es kaum zu glauben, dass bereits 72 Prozent der Null- bis Sechsjährigen selbstständig internetfähige Geräte nutzen. 33 Prozent tun dies täglich, 46 Prozent zumindest mehrmals die Woche. 22 Prozent der unter Sechsjährigen haben bereits sogar ein eigenes Tablet oder Smartphone. Die häufigste Beschäftigung damit betrifft Videos schauen, gefolgt von Fotos ansehen und Musik hören.

39 Prozent der befragten Eltern geben an, dass sie Kinderschutz-Apps verwenden, fast die Hälfte besteht auf eine zeitliche Beschränkung der Nutzung. Doch letzteres wird oft mal zum Problem, denn bereits 18 Prozent haben Probleme mit ihren Kleinkindern, weil sie das Handy nicht weglegen möchten. Umgekehrt gaben aber auch 17 Prozent der Kinder an, dass ihre Eltern zu lang auf das Tablet starren. Kein Wunder, dass es mittlerweile elf Prozent der Kleinen schwer fällt, sich ohne Smartphone selbst zu beschäftigen. Fantasievolle Spiele? Fehlanzeige! 14 Prozent brauchen die Beschäftigung mit einem internetfähigen Gerät wie ein Ritual. Gute-Nacht-Geschichte? Gibt es nicht mehr. Da nützt es auch nicht viel, wenn ein knappes Viertel der Eltern ein schlechtes Gewissen hat.

Ein weiteres Problem: Fast die Hälfte der Mamas und Papas postet mindestens einmal wöchentlich ein Foto von ihrem Kind in den sozialen Netzwerken. Zehn Prozent machen das sogar täglich. Die gezeigten Kinder werden immer jünger, viele posten sogar schon das Ultraschallbild. Auf ein Jahr hochgerechnet werden in Österreich rund 37 Millionen Fotos von Kleinkindern gepostet. Dass dem Kind auch eine Privatssphäre zusteht, scheint viele nicht zu interessieren.

Was die tägliche Beschäftigung mit Tablet und Co. anrichten kann, wird sich dann spätestens in der Jugend zeigen. Zum Beispiel, wenn sich herausstellt, dass die Teenies mehr in der virtuellen Welt, als in der realen leben und für den perfekten Schein in den sozialen Netzwerken alles tun.

Februar 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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