Außergewöhnlicher Job

Wiener Lachtrainerin lehrt Erwachsenen das Lachen

Lachen ist gesund. In diesem Spruch steckt tatsächlich viel Wahrheit. „Lachen hebt die Stimmung. Man nimmt mehr Sauerstoff auf, Glückshormone werden ausgeschüttet und diese Endorphine wirken schmerzstillend“, weiß Nina Fuchs-Bittmann. Die Pharmazeutin hat im Jahr 2016 einen Stock über ihrer Apotheke im 18. Bezirk ein Lachzentrum eröffnet. City4U hat die Lachtrainerin dort besucht und bei der wirklich witzigen Lachstunde mitgemacht.

Kinder lachen täglich um die 400 Mal. Als Erwachsener tut man es nur noch zehn Mal pro Tag. Ganz anders ist jedoch Nina Fuchs-Bittmann. Die Lachtrainerin empfängt alle Gäste mit einem freudigen Lachen und auch im Gespräch lacht sie weit mehr als zehn Mal. Die fröhliche Art und das Kichern sind ansteckend und die Stimmung ist gleich viel gelöster. „Ich weiß zwar nicht, ob ich auf die 400 Mal komme, aber ich verordne es mir selbst“, sagt die 48-Jährige und lacht. 

Im Lachzentrum sind die Wände bunt, Sprüche über das Lachen stehen an den Wänden und grinsende Smiley-Polster sind in den Räumen verteilt. „Ich habe schon immer gerne gelacht. Also habe ich mich auch mit den medizinischen Hintergründen befasst und die Ausbildung zur Lachtrainerin gemacht. Danach hatte ich Feuer gefangen und 2016 schließlich mein Zentrum eröffnet.“ Seitdem bietet sie hier jeden Montag und Donnerstag von 18.30 bis 19.30 Uhr die „Lachzeit“ an. In ungezwungener, herzlicher Atmosphäre wird hier mithilfe von Übungen gekichert und losgeprustet. Doch kriegt man dadurch wirklich die gleichen Benefits wie durch das natürlich ausgelöste Lachen? „Es ist nachher das Gleiche, nur der Auslöser ist anders. Durch die Übung gibst du zwar anfangs dem Körper den Befehl zum Lachen, die Wirkung ist jedoch die gleiche, wie wenn man über einen Witz lacht. Der Körper kann nicht unterscheiden, warum gelacht wird.“

Oft kommen Menschen zu Bittmann, die schon länger nichts mehr zu lachen hatten. „Das ist auch einer der Gründe, warum man als Erwachsener das Lachen verlernt. Erstens ist das Leben nicht immer zum Lachen, zweitens wird einem oft beigebracht, dass zu viel lachen kindisch wäre. Auch das Umfeld in dem man aufwächst, beeinflusst das Lachverhalten als Erwachsener“, beschreibt die Wienerin. In ihrem Zentrum kann man das Lachen trainieren, sodass auch die Reizschwelle dafür sinkt.

Wie das funktioniert, erfahren wir jetzt. Wir sind sechs Personen in der Gruppe und beginnen mit ein paar Auflockerungsübungen. Eine versteifte Vorstellungsrunde á la „Hallo, ich bin Viktoria und möchte heute lachen“ gibt es hier zum Glück nicht. Die Stimmung ist von Anfang an gut und das durch Übungen herbeigeführte Lachen funktioniert unerwartet leicht. So setzen wir eine imaginäre Lachbrille auf, trinken unseren Lachshake oder drehen die Lachkurbel am Bauch. Irgendwann kugelt man sich ganz natürlich vor Lachen. Vor allem am Ende, wenn man gemütlich auf einer Matte liegt und einfach nur aus tiefstem Herzen losprustet.

Nach der Stunde fühlt man sich tatsächlich total gelöst und glücklich, viel fröhlicher und freier. Diese Erfahrung hat auch Michaela gemacht, die mittlerweile ebenfalls als Lachtrainerin arbeitet. „Es ist immer so schön zu sehen, wie sich die Leute öffnen. Ich lache seitdem auch privat viel mehr. Das automatisiert sich.“ Nachdem wir die Matten weggeräumt haben, frage ich zwei Teilnehmerinnen, wie es ihnen gefallen hat. Als Antwort bekomme ich nur schallendes Lachen.

Die nächsten Termine: Wer ebenfalls die „Lachzeit“ im Lachzentrum (18., Gymnasiumstraße 61) besuchen möchte, kann das jeden Montag und Donnerstag (außer in den Schulferien) von 18.30 bis 19.30 Uhr tun. Die lustige Stunde ist kostenlos, die Teilnehmer werden jedoch um eine Spende für die CliniClowns gebeten. Wer sich dem Lachen noch professioneller nähern möchte: Am 28. und 29. März findet bei Nina Fuchs-Bittmann wieder die Ausbildung zum Lachtrainer statt. Nähere Infos gibt es hier.

Jänner 2020

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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