Im City4U-Talk

Palfrader: „Geistliche haben mein Leben geprägt“

Anlässlich des Kinostarts von „Alles wird gut“ mit Robert Palfrader veranstaltet City4U gemeinsam mit dem ORF, Gazzette.cc und Einhorn Film vorab die Gala-Premiere im Gasometer. Rechtzeitig vor Filmbeginn trafen wir Robert zum Interview:

# Gibt es Rollen, die du nie spielen würdest?
Ich entscheide eigentlich nicht explizit nach der „Rolle“. Das Drehbuch muss das gewisse Etwas haben und mich ansprechen. Für mich kommt es immer auf den Kontext an.

# Hast du schon Rollen abgelehnt?

Ja, aber das hatte weniger mit der Rolle zu tun, als mit der Qualität des Drehbuchs.

Was muss denn das Drehbuch mitbringen, dass es dich überzeugt?

Es muss gut geschrieben sein und die Figur muss etwas hergeben. Es muss mich reizen. Es gab auch bereits eine Rolle, die ich bereits zweimal abgelehnt hatte, doch das „Nein“ wurde quasi nicht akzeptiert. Ich habe also beide Bücher gelesen und der komplexe Bau und das Interesse nach der Fortsetzung hat mich dann doch überzeugt.

Viele Schauspieler meinen, sie würden sich in ihre Rolle hineinleben - tust du das auch?

Das kann ich nicht nachvollziehen. Dafür habe ich zu oft einen Mörder oder eine Leiche gespielt. Wie man sich in eine Leiche hineinleben sollte, weiß ich nicht. In „Alles wird gut“ spiele ich einen Alkoholiker, Kleptomanen und Co.: Das möchte ich in meinem echten Leben eigentlich nicht. Wir haben auch am Set nicht getrunken. Nach dem Dreh kann man dann schon einmal ein Achterl trinken, aber ich brauchte meine ganze Konzentration.

Auf Italienisch zu drehen und mit Gerti Drassl zu arbeiten, war für mich ein Traum. Außerdem habe ich jeden Abend Freunde oder Familienmitglieder getroffen. Was mich besonders an den Italienern erstaunt hat: Wenn Drehschluss ist, dann gehen alle nachhause. In Österreich sind 14-15 Stunden Drehtage keine Seltenheit.

Gibt es einen Trick, wenn du deine Nerven einmal wegschmeißt am Set?

Das passiert bei mir so gut wie nie. Aber wenn es einmal passiert, dann trinkt man einfach einen Kaffee und holt sich vor Augen, dass man in diesem Job einfach wahnsinnig privilegiert ist und seinen Job machen sollte und einfach die ‘Pappn‘ halten. (lacht)

Wie würdest du den Film in einem Satz beschreiben?

Ich würde ihn mit einem Wort beschreiben: Skurril.

Hattest du abseits des Filmes Erfahrungen mit Pfarrern?

Ich bin in ein römisch-katholisches Privatgymnasium gegangen und hatte die besten Erfahrungen mit Geistlichen. Ein Jesuitenpater hatte einen wahnsinnig positiven Einfluss auf mein Leben. Er entfachte in mir das Feuer für Literatur. Dadurch wurde mein Wunsch geweckt, zu schreiben und zu lesen. Er war ein außergewöhnlicher Mensch, der auch meine Leidenschaft für griechische Mythologie und Theater geweckt hat. Dafür bin ich ihm heute noch dankbar. Ich wünschte, ich hätte ihm das einmal sagen können.

Ein Tipp an alle Menschen, die positiv beeinflusst worden sind: Sagt es demjenigen, bevor es zu spät ist.

Gibt es schon weitere Projekte, die du bereits verraten kannst?

Die Italiener waren mit meiner Arbeit so zufrieden, dass das nächste italienische Projekt bereits ansteht, sofern der Film genug Zuseher hat. Das würde mich wahnsinnig freuen.

Jänner 2020

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Vanessa Licht
Vanessa Licht
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