Beitrag zur Genesung

Friseur verhilft Krebspatienten zu Wohlbefinden

Hannes Steinmetz, der zusammen mit Gattin Vanessa Steinmetz-Bundy den gleichnamigen Friseur-Privat-Salon führt, kümmert sich nicht nur um das Haarstyling der feinen Wiener Gesellschaft, sondern auch um Frauen, die aufgrund einer Krankheit ihre Haare verloren haben. City4U hat mit dem Friseurmeister und Perückenmacher über diese anspruchsvolle Tätigkeit gesprochen.

„Friseur ist für mich der schönste Beruf der Welt. Er ist nicht nur eine Möglichkeit der kreativen Entfaltung und eine Handwerkskunst, sondern auch eine Dienstleistung am Menschen. Jeder hat andere Bedürfnisse und Wünsche, daher ist es sehr abwechslungsreich. Und man bekommt positives Feedback gleich direkt mit“, beschreibt Friseurmeister Hannes Steinmetz im City4U-Talk im Privatsalon im ersten Bezirk. Besondere Bedürfnisse und Wünsche haben vor allem jene Kundinnen, die durch eine Krankheit ihre Haare verloren haben oder kurz davor stehen. Seit Jahren betreut Steinmetz auch Patienten. Oft kommen diese auf Empfehlung eines Onkologen im Krankenhaus.

Wie Amputation
„Im medizinischen Alltag ist für Schönheitsprobleme natürlich keine Zeit. Dennoch ist es auch ein großes Thema für viele Frauen. Wenn sie in dieser schwierigen Phase dann zu mir kommen, möchte ich, dass sie sich in diesem Moment gut fühlen. Ich bin mir sicher, dass ich dadurch auch einen Mini-Beitrag zur Genesung leisten kann, wenn ich für ihre Schönheit und ihr Wohlbefinden etwas tun kann.“ Natürlich sei die Arbeit mit zum Beispiel Krebspatienten sehr herausfordernd. Man müsse sehr einfühlsam sein. „Wenn man zum Beispiel sein ganzes Leben lang lange Haare hatte und sie auf einmal weg sind, kann das wie eine Amputation sein“, weiß Steinmetz.

Emotional schwierig
Deshalb empfiehlt er Krebspatienten, sich schon vor Beginn der Chemotherapie für eine Kurzhaarfrisur zu entscheiden. „Wenn die Chemo beginnt, gehen die Haare dann sehr schnell aus. So hat man schon eine Kurzhaarfrisur, steigt während der Chemo auf eine Kurzhaarperücke um und hat danach wieder eine natürliche Kurzhaarfrisur. Wenn man vor der Behandlung dann auch schon die richtige Perücke daheim hat,, ist der Haarverlust vielleicht nicht mehr ganz so schwer. Wobei ich mir das wirklich schrecklich vorstelle. Das muss emotional sehr hart sein.“

Krankenkassa erstattet Kosten
Der Friseur hat eine große Anzahl von Perücken zur Auswahl. „Ich schneide die Perücke direkt auf dem Kopf der Frau, sodass die Frisur auch wirklich perfekt sitzt. Bis jetzt ist es nur sehr selten vorgekommen, dass sich eine Kunden mit der Perücke gar nicht anfreunden konnte.“ Es gibt bereits sehr gute Kunsthaarperücken ab 300 Euro. Im Durchschnitt kostet eine qualitativ-hochwertige im Privatsalon um die 500 Euro. Die Kosten werden von der Krankenkassa erstattet, da die Perücke als Heilbehelf gilt.

Haare kommen meist schöner zurück
„Bei der Arbeit mit Patientinnen entsteht eine unglaubliche Kundenbindung. Dabei bauen sich natürlich Beziehungen auf“, erzählt der Wiener. Wenn die Frauen dann wieder gesund werden und ihre Perücke nicht mehr brauchen, schenken sie sie oft dem Salon. „Ich habe Perücken im Fundus von denen ich noch genau weiß, welche Frau sie getragen hat.“ Die schönsten Momente in seinem Beruf sind jedoch die, wenn die Kundinnen zum ersten Mal wieder in den Salon kommen, ihre Perücke abnehmen und strahlend um den ersten Haarschnitt des echten Haares bitten. „Am Anfang werde ich immer gefragt, ob die Haare denn auch wiederkommen. Ich kann versichern: Sie kommen wieder. Meist sogar schöner, als sie vorher waren.“

Dezember 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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