Bei Generation Z

Einsamkeit für Gesundheit schlechter als Zigarette

EU-weit beträgt der Anteil von Ein-Personen-Haushalte fast ein Drittel. In Österreich lebten 2017 15 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen alleine. Im Jahr 1971 waren es fünf beziehungsweise elf Prozent. In Amerika ist Einsamkeit eine wahre Epidemie: Die Hälfte der US-Bürger gab bei einer Studie an, sich einsam zu fühlen. Mittlerweile wird dort sogar nach einer Pille gegen das Alleinsein geforscht. Denn: Forscher haben herausgefunden, dass Einsamkeit für die Gesundheit schädlicher ist, als regelmäßig Zigaretten zu rauchen.

Die Generation Z, also jene Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden, zählen zu den einsamsten Personen und sind bei schlechterer Gesundheit, als die Generationen vor ihnen. Obwohl sie sehr jung sind und in Wohlstand aufgewachsen ist. Dies fand eine Studie heraus, zu der 20.000 Amerikaner befragt wurden. Grund dafür sind die sozialen Medien, die vor allem mit Narzissmus und dem Übertrumpfen der anderen einhergehen. Es geht nicht mehr darum, etwas miteinander zu machen, sondern etwas Besseres und Cooleres als die anderen zu machen. In Großbritannien wurde bereits 2018 eine Staatssekretärin für Einsamkeit bestellt, denn auch in Englang fühlt sich ein Fünftel der Erwachsenen regelmäßig einsam.

Einsamkeit ist jedoch nicht nur ein unangenehmes Gefühl. Sie kann auch körperlich krank machen. Eine umfangreiche britische Studie, die in der Fachzeitschrift Heart des British Medical Journal veröffentlicht wurde, untersuchte die Sterblichkeit 479.054 Männer und Frauen. Das Ergebnis: Soziale Isolation kann die Gefahr für einen ersten Herzinfarkt um 43 Prozent erhöhen, die eines ersten Schlaganfalls um 39 Prozent. Das ist vergleichbar mit dem regelmäßigen Konsum von Zigaretten.

Das Problem der Einsamkeit ist also bereits so gravierend, dass sich immer mehr Forscher diesem Thema annehmen. Immerhin machen EU-weit Menschen über 65 Jahre fast 40 Prozent aller Ein-Personen-Haushalte aus. Durch das Nachrücken der Generation Z, zu deren Gründen für Einsamkeit vor allen die sozialen Medien zählen, wird sich die Thematik in Zukunft verschlimmern. Aus diesem Grund experimentieren US-Forscher gerade mit einem Pro-Hormon zur Behandlung von Einsamkeit. Laut Forscherin Stephanie Cacioppo sei die Mortalität bei Einsamen um 26 Prozent erhöht.

Die Wissenschaftlerin betont aber, dass Einsamkeit nicht unbedingt mit allein sein zu tun habe. Man kann täglich mit Menschen in Kontakt sein, sei es auf der Arbeit oder mit Freunden und Familie und sich trotzdem einsam fühlen. Diese Parameter müssten vor der medikamentösen Behandlung der Einsamkeit festgelegt werden. Im Juni 2019 ging der erste klinische Versuch des Pro-Hormons Pregnenolon erfolgreich zu Ende. Wann mit der medikamentösen Behandlung von Einsamkeit begonnen wird, steht jedoch noch nicht fest.

Oktober 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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