#antiflirting

Sexuelle Belästigung im Netz ist allgegenwärtig

Drei Viertel aller Frauen in Österreich haben bereits sexuelle Belästigung erlebt. Das geht aus der 2011 veröffentlichten „Österreichische Prävalenzstudie zur Gewalt an Frauen und Männern“ hervor. Immer mehr verlagert sich die sexuelle Belästigung von der realen in die virtuelle Welt. Bereits 39 Prozent der weiblichen Teenager zwischen elf und 19 Jahren waren mindestens einmal unangenehmen intimen Situationen im Netz ausgesetzt. Unter dem Hashtag #antiflirting können Betroffene auf Instagram solche Belästigungen via Chat oder Privatnachricht veröffentlichen. Zwei Wienerinnen haben die Plattform gegründet.

329 Beiträge und 9250 Abonnenten zählt die Wiener Instagram-Seite #antiflirting bereits. Dort können Opfer von sexueller Belästigung via Tinder, sozialen Netzwerken oder Messenger-Diensten die Nachrichten, die sie erhalten haben, veröffentlichen. Schlechte Anmachversuche und dumme Witze sind zwar nervig, aber noch auszuhalten. Doch manche (hauptsächlich) Männer überschreiten diese dünne Grenze mit Riesenschritten.

#Beleidigung und Bedrohung
Wie man auf der Instagram-Seite, die von zwei Wienerinnen gegründet wurde, sehen kann, erhalten zahlreiche Frauen tagtäglich Nachrichten von Männern, die nicht einmal mehr annähernd etwas mit schlechtem Flirten zu tun haben, sondern bereits als Beleidigung, Bedrohung und eben auch sexueller Belästigung gewertet werden können und sollten. Spätestens dann wenn ungefragt ein Foto von einem nackten, erigierten Penis in der Inbox landet, ist man Opfer sexueller Belästigung im Netz geworden.

#Vergewaltigungsfantasien
Doch das ist nicht nur durch Bilder, sondern auch durch Worten möglich. Niemand muss sich die sexuellen Fantasien von Menschen anhören, die man gerade auf Tinder gematcht hat. Manche Frauen werden sogar mit Vergewaltigungsfantasien von fremden Männern über Instagram oder Facebook belästigt. Die beiden Initiatorinnen von #antiflirting haben dem Magazin „Vice“ erzählt, dass die Screenshots, die sie bekommen zwar zu 90 Prozent von Nachrichten von Männer an Frauen bestehen. Dass das jedoch nicht heißen muss, dass es nicht auch umgekehrt passiert. „Ich glaube, viele Männer haben Hemmungen, diese Nachrichten einzusenden. Denn ihnen wurde beigebracht, dass sie es gut finden müssen, wenn Frauen so etwas schreiben.“

#Ignorieren, blockieren, antworten
Wie man auf Nachrichten dieser Art reagiert, bleibt jedem Empfänger selbst überlassen. Da gibt es auch kein richtig oder falsch, sonder nur das, was man selbst für richtig hält. Manche fühlen sich am wohlsten, wenn der Kontakt sofort blockiert wird, andere wollen ihnen klar machen, dass es nicht richtig ist, sich so zu verhalten. Dazu wollen auch die Gründerinnen der Seite keine Tipps geben. Sie wollen nur aufzeigen, wie groß das Problem tatsächlich ist und dass es keine Einzelfälle sind, sondern eine gesellschaftliche Problematik.

Oktober 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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