Wiener startet Projekt

Freiwilligenarbeit: Plattform erleichtert Suche

In Österreich ist ehrenamtliche Arbeit unverzichtbar. Laut Sozialministerium engagieren sich 46 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren in irgendeiner Form freiwillig. Es ist jedoch nicht immer leicht, die richtige Organisation für seine eigenen Wünsche und Fähigkeiten zu finden. Diese Erfahrung musste auch Clemens Mayer machen. Also gründete er kurzerhand das soziale Projekt guterzweck.at. Auf dessen Homepage finden Interessierte auf einen Blick alle Organisation, die Hilfe - sei es Geld-, Zeit-, Blut-, Wissens- oder Sachspenden - benötigen. City4U hat mit Initiator Clemens Mayer über sein Herzensprojekt gesprochen.

„Wir sind sehr privilegiert in Österreich zu leben. Daher war es mir immer ein Bedürfnis, etwas zurück zu geben. Meine Freunde und ich wollten also helfen. Da es aber sehr viele verschiedene Möglichkeiten gibt, haben wir schnell die Orientierung verloren. Das wollte ich ändern und habe daher die Plattform guterzweck.at gegründet. Mit dem Ziel auf einer Homepage die Möglichkeiten zu helfen, einfach und übersichtlich darzustellen. Man kann bereits aus über 100 verschiedenen sozialen Organisationen wählen, die man je nach Möglichkeit mit einer Geldspende, Sachspende, Zeitspende oder Blutspende unterstützen kann“, beschreibt Clemens Mayer im City4U-Talk.

Neben der Präsentation der Organisationen ist die Plattform aber auch als Blog rund um die Themen Nachhaltigkeit und Soziales angelegt. „Unser Ziel ist es, erste Anlaufstelle in diesem Bereich zu werden und Spender bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen.“ Denn auf der Plattform kann aus unzähligen Organisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gewählt werden, wie „Kinder“, „Menschenrechte“, „Flüchtlingshilfe“, „Rettungswesen“, „Tiere“ und vieles mehr.
Die meisten Österreicher engagieren sich ehrenamtlich im Bereich Sport und Bewegung. Etwa 576.000 Menschen verbringen so ihre Freizeit. Auch im Katastrophenschutz, zu der unter anderem Feuerwehr und Bergrettung gehören. Im Gemeinwesen, dem Sozial- und Gesundheitsbereich sowie in Kunst- und Kulturbetrieben beschäftigen sich jeweils um die 360.000 Ehrenamtliche.

Welcher Bereich für einen selbst der richtige ist, weiß man nicht immer gleich von Anfang an. Da zählt das Prinzip „Probieren geht über studieren“. Immerhin kann man bei ehrenamtlichen Tätigkeiten jederzeit aussteigen, sollte es gar nicht den eigenen Vorstellungen und Fähigkeiten entsprechen. „Ich war während der sogenannten Flüchtlingswelle als Dolmetscher für Deutsch, Englisch und Farsi aktiv“, berichtet Mayer über seine eigenen Erfahrungen. „Ehrenamtliche Arbeit ist das Rückgrat eines funktionierenden Sozialstaates. Oftmals findet sie in der Öffentlichkeit jedoch zu wenig Beachtung. Das wollen wir ändern und das Thema wieder attraktiver machen.“

Österreicher ab 15 Jahren werden in die Statistiken über Freiwilligenarbeit einberechnet. Die Beteiligung ist in den verschiedenen Altersgruppen fast gleich hoch. Die Spitzenreiter sind jedoch die Pensionisten. 57 Prozent der 60- bis 69-Jährigen engagieren sich ehrenamtlich, um auch im Ruhestand noch einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Doch auch bei den 15- bis 29-Jährigen ist die Beteiligung mit 43 Prozent sehr hoch. Die Bedürfnisse sind in dieser Altersgruppe jedoch anders: „Gerade jüngere Personen wollen sich zeitlich nicht mehr so stark binden und flexibel helfen. Das ist auf der einen Seite verständlich, erhöht aber die Schwierigkeit der Planung für soziale Organisationen“, weiß Mayer. Auf der Plattform des Wieners wird aber auch diese Gruppe sicher fündig.

Oktober 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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