Von wegen Männerdomäne

Das ist Österreichs jüngste Goldschmiedin

Mit gerade einmal 23 Jahren eröffnet Rosa Marlene Pletz im Jahr 2013 ihr erstes Atelier. 2018 wurde sie schließlich Goldschmiede-Meisterin und ist somit und seither die jüngste des Landes mit eigenem Geschäft. Mit ihren von der Natur inspirierten Kreationen will sie frischen Wind in die Branche bringen. Anlässlich der Eröffnung ihres neuen Geschäfts im 7. Bezirk hat City4U mit ihr über ihren spannenden Beruf gesprochen.

„Es war immer mein Traum mit den Händen zu arbeiten. Dinge aus wertvollen Materialien zu erschaffen, die anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, die sie ein Leben lang begleiten und an besondere Augenblicke erinnert“, beschreibt Rosa Marlene Pletz. Vergangene Woche hat sie in der Neustiftgasse 31 im 7. Bezirk ihr neues Atelier eröffnet. Öffnet man die Türe zum Geschäft, fühlt man sich wie in einem überdachten Garten. Viele natürliche Materialien, bunte, aber doch dezente Blumen. Mitten im offenen Raum steht die Werkstatt und auf den Fensterbrettern ihre neuen Kollektionen. „Ich habe mich dafür entscheiden meinen Werktisch im Mittelpunkt des Geschäftes zu platzieren und auch ein Design-Element daraus zu machen. Immerhin verbringe ich da sehr viel Zeit, also muss ich ihn lieben.“

#Goldene Bienen
Der Schmuck von Rosa Marlene ist anders und neu. Er erinnert an die Natur, Bienen sind ihr Markenzeichen. Die Hochzeitsringe sind aus verschiedenen Materialien, in verschiedenen Formen, Größen und Dicken. „Inspiriert von der Natur kreierte ich Ketten mit Ästen aus purem Silber und Gold, vorher abgeformt und modelliert. Bienen begleiten meine Kollektionen indem ich mit Wabenmuster Ohrringe gestalte, kleine Bienen die Ohren zieren oder sie als Brosche gestalte“, beschreibt sie ihre Arbeit.  

#Vergessenes Handwerk
„Es ist toll, frischen Wind in die Branche zu bringen. Man verspürt jedoch auch einen gewissen Druck, kreativ sein zu müssen. Das passiert ja schließlich nicht auf Knopfdruck.“ Druck, sich in einer Männerdomäne durchzusetzen, verspürt sie aber nicht. „Woran es liegt, dass es eine Männerdomäne war oder ist, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht weil der Beruf des Goldschmieds an sich ein eher vergessenes Handwerk ist. Man kann sich daher nur schwer vorstellen, was ein Goldschmied alles macht und machen kann.“ Mittlerweile gibt es aber zum Glück schon viele Schmuckschaffende Frauen.

#Eine Blüte vom Brautstrauß für die Ewigkeit
Am liebsten an ihrem Job, ist Pletz, der Kontakt mit den Menschen. „Ich genieße den Kontakt mit meinen Kunden sehr. Es ist fast ein freundschaftliches Miteinander. Das gemeinsame Umsetzen von Ideen in ein fertiges Schmuckstück ist stets ein toller Prozess“, betont die 29-Jährige. Für einen simplen Ring ohne Stein mit Hammerschlag benötigt Pletz etwa einen Tag. Was um einiges länger gedauert hat, war ihr Meisterstück: „Ein Lippenstift Halter im Zwanzigerjahre-Stil. Mit Guilliogierung, Sternenfassung und einem Citrin im Wabenschliff gefasst im Deckel“, sagt sie stolz. Es ist noch immer eines ihrer Lieblingsstücke. Zur Zeit arbeitet die Goldschmiedin besonders gerne an ihren Blütenzauber-Ohrringen und -Ketten - ein gutes Beispiel für das Miteinander mit dem Kunden. „Dafür bringen sie mir eine Blüte oder ein Blatt, welches dann als ewige Erinnerung in ein Metall gewalzt werden kann, wie zum Beispiel eine Blüte vom Brautstrauß.“

Am häufigsten stellt Pletz natürlich Verlobungs- und Hochzeitsringe her. „Da frage ich mich immer, ob er der Glücklichen auch gefallen und passen wird. Es schlummert überhaupt eine kleine Perfektionistin in mir.“ Die Hochzeitsringe werden mit dem Brautpaar gemeinsam gestaltet. „Ich nehme die Maße, wir legen gemeinsam die Masse fest. Welches Gold, bleibt dem lieben Kunden überlassen. Die Oberflächenveredlung kann durch den tollen Hammerschlag, klassisch poliert oder modern mattiert erfolgen.“ Gerade jetzt in der Trachtensaison stehen aber diese Stücke hoch im Kurs. „Jetzt heißt es für mich, frischen Wind in den Trachtenschmuck zu bringen. Brezen, Äste, Blüten tolle Edelsteine in den Farben der Dirndl - natürliche Motive in Schmuck umgesetzt. Das ist so schön“, erzählt die Wahl-Wienerin und ergänzt: „Alles Schmuckstücke werden in recyceltem Gold und Silber aus Österreich hergestellt, das unterstreicht den Gedanken der Nachhaltigkeit.“

September 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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