„Gefängniscuisine“

Häftling wird auf Twitter zum Food-Blogger

Seit Anfang August sorgt ein besonderer Account für Aufsehen auf Twitter: „Gefängniscuisine“. Ein Insasse aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Berlin postet darin Fotos von seinem Essen im Knast. - Trotz Handyverbots. Die Justiz tobt, Twitter jubelt.

Manchmal reichen zwei Scheiben Käse und ein trockenes Brot, um in den sozialen Medien einen Hit zu landen. So gesehen bei „Gefängniscuisine“. Unter diesem Namen fotografiert und postet ein Gefängnisinsasse sein Essen aus dem Knast. Er möchte damit auf die Missstände im Gefängnis aufmerksam machen: Immerhin braucht man kein Ernährungswissenschaftler zu sein, um zu sehen, dass diese Portionen keinesfalls ausreichen, um einen Erwachsenen satt zu machen.

Regelmäßig fordert er auf, Bilder der Speisen aus anderen Haftanstalten zu posten. Manchmal wird auch ironisch nach Rezeptideen gefragt.

Das Brisante: Smartphones sind im Gefängnis strengstens untersagt.

Wer sich hinter dem User verbirgt, ist offenbar noch nicht geklärt. Mittlerweile hat der Account bereits mehr als 5000 Follower. Während es den Twitter-Usern gefällt - die Fans werden täglich mehr-, hält sich die Freude bei der Justiz in Grenzen. Sebastian Brux, Sprecher der Justizverwaltung, reagiert trotzdem mit Humor: „Wir freuen uns über das öffentliche Interesse an einem ausreichenden und ausgewogenen Gefängnisessen in der JVA Heidering. Die öffentlich gewordenen Fotos scheinen rein ästhetische Ziele zu verfolgen und bilden nicht die Realität ab. Mit Gruß aus der Küche Portionen + Speiseplan“, schrieb er auf Twitter.

August 2019

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Julia Ichner
Julia Ichner
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