In Niederösterreich

Mitfahrbankerl: Trampen für den Klimaschutz

In den wilden 1970ern und davor war trampen ganz normal. Später wurde das Autostoppen als zu gefährlich empfunden. Immerhin weiß man ja nicht, bei welcher Person man ins Auto steigt und ob sie wirklich gute Absichten hat. In Niederösterreich werden diese Gedanken nun verworfen. Dort wurde das sogenannte Mitfahrbankerl aufgestellt. Dies lehnt sich an das Prinzip des Autostoppens an und wird als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr angeboten.

An mehreren ausgesuchten Plätzen im Tullnerfeld oder Ternitz (Bezirk Neunkirchen) stehen spezielle Mitfahrbankerl. Erkennbar sind sie an der hellblauen Farbe. Daneben sind Richtungstafeln angebracht, mit denen angezeigt werden kann, in welche Richtung man will. Wenn man also von A nach B möchte, aber kein Auto zur Verfügung hat oder kein Bus mehr fährt, setzt man sich auf das Mitfahrbankerl und wartet, bis ein Auto stehen bleibt. Anschließend bespricht man, wohin man mitfahren möchte und los geht die Fahrt.

Die Mitfahrbankerl verfolgen also das selbe Prinzp wie beim Autostoppen. Nur das war ja eigentlich noch verpöhnt. Jeder Jugendliche (zumindest am Land) hat einmal im Leben gehört, ja nicht auf die Idee zu kommen, zu trampen. Nun wird diese Art der Fortbewegung offiziell in verschiedenen Orten in Niederösterreich angeboten. Die Mitfahrbankerl werden als sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Verkehr angeboten. Sie sollen aber auch dazu anhalten, einmal das eigene Auto stehen zu lassen und mit jemanden mitzufahren - auch mit einem Fremden.

„Damit soll einerseits ein Beitrag zum Klimaschutz und andererseits zum Miteinander in der Mobilität beigetragen werden. Durch das Mitfahren soll der Besetzungsgrad der Autos erhöht und eine Ergänzung zum Öffentlichen Verkehr geschaffen werden. Außerdem kommen mit dem Mitfahren die Leute wieder ins Gespräch“, erörtert Helmut Million, Energiebeauftragter der Stadt Ternitz, in der Bezirkszeitung Neunkirchen. In Ternitz wurden die Mitfahrbankerl erst vor kurzem aufgestellt.

Im Tullnerfeld Ost sind sie schon seit 2018 aufgestellt. Es wurde aber festgestellt, dass bei den Bewohnern noch eine gewissen Hemmschwelle vorhanden ist, was die aktive oder passive Nutzung der Idee betrifft. Robert Wychera, der Manager der Klima- und Energie-Modellregionen sieht aber trotzdem nur Vorteile: „Der Erfolg des Projekts ist wohl nicht ausschließlich mit der tatsächlichen Nutzung der Bankerl zu messen. Ich habe schon von vielen Diskussionen darüber gehört und denke daher, dass sie auch jetzt schon dazu anregen, unsere motorisierte Mobilität zu hinterfragen und das eine oder andere mal Fahrgemeinschaften zu bilden.“

September 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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