„Ethische Metzger“

Ex-Veganer greifen nun zum Schlachtmesser

Mit den Vereinigten Staaten verbindet man nicht nur Trump, sondern vor allem auch Hamburger und Barbecue. Kein Wunder, sind die Amerikaner doch unter den Top-5-Ländern mit dem höchsten Fleischkonsum. Nun haben sich ehemalige Veganer und Vegetarier zu einer Bewegung formiert: Den „ethical butchers“, also ethischen Metzgern. Ihr Ziel: Die US-Fleischindustrie zu revolutionieren.

In Amerika werden pro Jahr etwa 115 Kilo Fleisch verzehrt, also hochgerechnet auf die aktuelle Einwohneranzahl etwa 38 Milliarden Kilogramm. Um diese hohe Anzahl an Fleisch gewährleisten zu können, kommt es leider immer häufiger zu Massentierhaltung - einer grausamen Art, eine Vielzahl an Tieren auf engem Raum gefangen zu halten, um sie zu züchten. - und Hauptgrund vieler Menschen für die Umstellung auf eine vegetarische oder vegane Ernährung. 

Ethical-Butcher-Movement
Obwohl die großen Fleischproduzenten bereits vermehrt unter großem Druck stehen, bessere Bedingungen zu schaffen (vor allem auch wegen des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika), haben einige Menschen beschlossen, auch selbst zu handeln, um ein Zeichen zu setzen. Sie haben eine neue Bewegung ins Leben gerufen: Das „Ethical-Butcher-Movement“. Dabei handelt es sich um eine kleine, aber erfolgreiche Gruppe gleichgesinnter ehemaliger Vegetarier und Veganer, die Metzger wurden, in der Hoffnung das derzeitige Lebensmittelsystem in den USA zu revolutionieren. Sie bezeichnen sich selbst als „ethische Metzger“ und haben Geschäfte eröffnet, in welchen sie Fleisch von Tieren anbieten, die auf Grasland und Weiden gezüchtet wurden. Ihr Hauptziel ist das Wohlergehen der Tiere, der Umweltschutz und die weniger verschwenderische Schlachtung von Tieren. Sprich: Verantwortungsvoller Fleischkonsum.

Eine der „ethical butchers“ ist Kate Kavanaugh. Die 30-Jährige ist begeisterter Teil dieser Metzger-Bewegung und führt selbst eine Metzgerei. In einem Interview mit der NY-Times erklärt sie: „Ich tue das grundsätzlich, um die konventionelle Fleischindustrie auf den Kopf zu stellen.“ Bevor sie Metzgerin wurde, war sie Vegetarierin. Sie hat mehr als ein Jahrzehnt lang aus Liebe zum Tierleben und aus Respekt zur Umwelt aufgehört, Fleisch zu essen. Nun wurde sie aus genau den gleichen Gründen Metzgerin.

Auch Anya Fernald, Mitgründerin der Belcampo Meat Company in Kalifornien, ist überzeugt: „Billiges Fleisch ist kein Gewinn. Ich möchte, dass die Menschen die gleiche Menge für Fleisch ausgeben wie jetzt und besseres Fleisch kaufen, aber weniger davon.“ Sie ernährte sich ebenfalls eine lange Zeit ausschließlich vegetarisch. 

August 2019

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Julia Ichner
Julia Ichner
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