City4U fragt:

Gibt es ein Drogenproblem an Wiener Mittelschulen?

Laut Experten nehmen immer mehr Schüler die Partydroge Ecstasy. Das wollen einige Dealer ausnutzen und positionieren sich in Deutschland vor Mittelschulen und bieten die Drogen dort weit unter den üblichen Marktpreisen an. So kaufen bereits 11-Jährige eine Ecstasy-Pille um etwa drei Euro. Das Problem ist mittlerweile so groß, dass sich ein Berliner Jugendstadtrat mit einem Beitrag darüber an die Öffentlichkeit wandte. City4U hat bei der Polizei und der Bildungsdirektion nachgefragt, ob dieses wachsende Problem auch in Wien zu beobachten ist.

Anfang Juli hat sich der Schulstadtrat aus dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, Gordon Lemm,  mit einem Facebook-Posting an die Öffentlichkeit gewandt: Seit drei bis vier Monaten würden vermehrt Fälle von Mädchen und Buben zwischen elf und 14 Jahren auftreten, die Ecstasy konsumieren. Besonders erschreckend waren dabei zwei Entwicklungen: Die Kinder werden immer jünger, die Drogen immer billiger und stärker. Ans Licht kam das Ganze, nachdem ein Drogenbeauftragter des Bezirks bei einer Sitzung davon berichtete, dass in jüngerer Vergangenheit 15 Eltern und Schüler wegen Ecstasy zu ihm kamen.

In Deutschland, vor allem in Berlin, sei das Problem mit Ecstasy am Schulhof nicht nur auf einen Bezirk beschränkt. Zahlreiche Schulen in mehreren Teilen der Hauptstadt seien davon betroffen, so Lemm. City4U hat sich aufgrund dieser besorgniserregenden Entwicklung mit dem Pressesprecher der Wiener Polizei, Patrick Maierhofer, über die Lage in Wien unterhalten. Gleich vorweg: Mit der Situation in Berlin kann man die österreichische Hauptstadt auf keinen Fall vergleichen.

„Wir haben - wenn überhaupt - Probleme mit Marihuana an Schulen, aber auch das beschränkt sich eher auf Einzelfälle. Ecstasy am Schulhof kommt ganz selten vor. Ich persönlich kenne keinen einzigen Fall“, betont Maierhofer. Dies begründet der Polizist mit der Präventionsarbeit, die eigene Beamte an Schulen leisten. „Dabei werden die Schüler über Suchtmittel und die Konsequenzen, die sie mit sich bringen, informiert. Es ist gut erkennbar, dass die Arbeit bereits Früchte trägt, weil es in und um Schulen in Wien so gut wie keine Probleme mit Drogen gibt.“

Dem pflichtet auch der Pressesprecher der Bildungsdirektion, Matthias Meissner, bei: „Prävention ist an allen höheren Schulen ein großes Thema. Entweder vonseiten der Lehrer im Rahmen des Unterrichts oder bei der Mediation und Ich-Stärkung sind Drogen ein Thema. Schließlich werden sie nicht nur aus Neugier, sondern auch wegen Problemen probiert. Es kommen auch externe Personen von der Polizei oder Beratungsstellen an die Schulen, weil die natürlich über eine größere Expertise verfügen.“ Einen Anstieg der Probleme mit Ecstasy an Schule habe er ebenfalls nicht bemerkt.

Diese Beschreibung deckt sich auch mit dem „Bericht zur Drogensituation in Österreich 2018“, welcher im Auftrag des Sozialministeriums und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht erstellt wurde. Demnach machen 30 bis 40 Prozent der Österreicher zumindest einmal im Leben Erfahrung mit Cannabis, jedoch machen nur vier Prozent Konsumerfahrungen mit Ecstasy.

August 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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