Studie zeigt:

Fast jeder zweite Tinder-Nutzer lebt in Beziehung

Ein Wisch für ja, die Person gefällt mir, ein Wisch für nein, sie gefällt mir nicht. Tinder hat das komplexe Thema „Flirten“ stark vereinfacht und ist sicherlich für viele Singles das Online-Love-Tool Nummer Eins. Doch nicht nur einsame Herzen sind auf der Plattform auf der Suche. Laut einer Studie sind nämlich 42 Prozent der User eigentlich in einer festen Beziehung. Die Gründe, warum sie trotzdem auf Tinder sind, sind bei Männern und Frauen sehr unterschiedlich.

Mittlerweile entsteht jede vierte Beziehung online, wie unlängst eine Studie herausgefunden hat. Tinder spielt da sicherlich eine sehr große Rolle. Obwohl nur ein kleiner Prozentsatz der zahlreichen Nutzer die App auch wirklich für die Suche nach der wahren Liebe verwendet. Wie eine Studie nämlich herausgefunden hat, sind 42 Prozent der Nutzer in einer festen Beziehung. Forscher der Hochschule Fresenius in Köln haben 436 Personen zu ihrem Nutzungsverhalten befragt. Demnach sind 58 Prozent auf der Suche nach einer Beziehung, doch nur 16 Prozent hatten dahingehend auch bereits Erfolg.

Die Tinder-User, die eigentlich in einer Beziehung sind, haben andere Gründe, die App zu benutzen. Die Frauen wollen vor allem eines: Wissen, wie gut sie beim anderen Geschlecht ankommen. Dafür ist Tinder ein nützliches Tool. Je mehr Männer das Bild in die richtige Richtung „swipen“, desto größer das Selbstbewusstsein und die Freude bei der Frau. Die Männer hingegen haben ein anderes Motiv. Sie wollen sich nicht selbst anbieten und bewerten lassen, sie wollen „kaufen“. Eine Frau für einen sexuellen Kontakt finden, bei dem sie weniger zahlen müssen, als bei der professionellen Dame.

In der Studie wird darauf hingewiesen, dass die Anzahl der möglichen Sexualkontakte für Männer einen ebenso wichtigen Marktwert darstellt, wie für Mädchen die Likes für ihr Aussehen, ihr Produkt. Um es kaufmännisch auszudrücken: Die Frauen messen ihren Produktwert, die Männer ihre Kaufkraft. Aber: Die Damen sind um einiges erfolgreicher als die Männer, schließlich sind sie auch auf Tinder wählerisch bei der Auswahl der Partner für ein Sexabenteuer. Die Frauen lernen durch die App, dass sie nicht aussehen müssen wie ein Model und trotzdem genügend Verehrer gematcht werden.

Dass Tinder das richtige Mittel zur seriösen Partnersuche ist, ist zu bezweifeln und war von den Machern auch sicherlich nicht gewollt. VIel mehr ist es ein Spiegel der heutigen Gesellschaft: Der Partner wir ausgewählt wie ein neues Paar Schuhe im Online-Shop und genauso schnell wieder entsorgt. Lieber nicht binden, denn vielleicht kommt noch etwas Besseres nach. Selbstbestätigung ist wichtiger als Liebe. Ist die Gesellschaft wirklich schon so verroht oder tragen erst Apps wie Tinder dazu bei? Man kann es natürlich aber auch so sehen: Tinder ist ein Mittel zur Emanzipation für Frauen: Durch die App steigt ihre Machtposition und sie lernen sich in ihrer Attraktivität positiv einzuschätzen und haben auch Erfolge, wenn sie kein Model sind. Männer jedoch dürfen nicht zu wählerisch sein, denn sonst haben sie keinen Erfolg (zumindest auf Tinder).

Juli 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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