Neue Petition

Strafe für das heimliche Fotografieren unterm Rock

Viele Frauen haben die Erfahrung schon gemacht. Vielen Frauen ist es schon passiert, ohne dass sie es überhaupt wissen. Das sogenannte „Upskirting“ - wenn (meist) Männer Frauen ungefragt und heimlich unter dem Rock und zwischen dem Schritt fotografieren. Unglaublich aber doch: Bis jetzt ist diese Handlung nicht strafbar und fällt nicht unter sexuelle Belästigung. In Deutschland wollen das zwei Frauen mithilfe einer Online-Petition nun ändern. Doch davon sind nicht alle begeistert: Es gab wieder einen Shitstorm gegen die Initiatorinnen.

Bei Menschenansammlungen kann es passieren, dass Frau unbemerkt und ungewollt unter dem Rock fotografiert wird. Das geht blitzschnell, weder man selbst noch andere Passanten merken es. Wenn Frau noch größeres Pech hat, landet das Foto dann auf einschlägigen Seiten im Internet. Oft ist die Frau nicht verpixelt und klar zu erkennen. Das ist nicht nur ein gravierender Eingriff in die Privatsphäre, sondern auch sexuelle Belästigung. Strafbar ist es für den Täter jedoch nicht. (Außer, das Opfer ist minderjährig).

In Deutschland ist die Gesetzeslage noch schlimmer: Hier ist das „Upskirting“ nie strafbar. Deswegen haben Ida Marie Sassenberg und Hanna Seidel auf der Petitionsplattform change.org eine Unterschriftenaktion gestartet, deren Ziel es ist, die Gesetze betreffend des „Upskirting“ zu verschärfen. Bis jetzt haben fast 57.000 Menschen unterschrieben, das nächste Ziel sind 75.000. Vorbild für die beiden Frauen ist die Britin Gina Martin. Sie wurde bei einem Konzert unter dem Rock fotografiert. Der Täter wurde nicht bestraft, also startete sie eine Petition - mit Erfolg. In Großbritannien wird das schäbige Verhalten nun mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft.

Wie wichtig eine Verschärfung der Gesetze auch in Wien wäre, zeigt der jüngste Vorfall auf der Regenbogenparade. Dort wurde ein Mann dabei beobachtet, wie eer junge Mädchen zwischen die Beine fotografierte. Eine Userin postete sein (unkenntlich gemachtes) Foto auf Twitter und meldete sein Verhalten der Polizei. Jenen sind allerdings - sofern die Mädchen volljährig waren - die Hände gebunden.

Wie wichtig eine Verschärfung der Gesetze ist, liegt also auf der Hand. Trotzdem werden die beiden Initiatorinnen mit unzähligen Hasspostings überschüttet. Es würde wichtigere Dinge geben, die Frauen seien selbst Schuld, warum tragen sie auch kurze oder generell Röcke und so weiter. Doch Sassenberg und Seidel lassen sich davon nicht einschüchtern. In einem Interview mit dem Spiegel haben sie erzählt, dass ihnen der Zuspruch von betroffenen Frauen, die bis jetzt immer nur ausgelacht wurden, viel mehr bedeute, als sich mit blöden Kommentaren zu befassen.

Juni 2019

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf

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