12.06.2019 14:45

Bad Traunstein

Genuss pur im Waldviertel!

In Bad Traunstein darf man noch eine noch ursprüngliche Landschaft genießen und Gesundheit tanken - gelebte Gastlichkeit sowieso. Hunde sind auch herzlich willkommen.

Nebelschwaden zeichnen weich. Dahinter schemenhaft dunkelgrüner Forst. Archaisch anmutende Landschaft. Stille. Willkommen im Waldviertel. Eine Landschaft, über die meine Freundin und Schriftstellerin Mella Waldstein einst schrieb: „Das Waldviertel ist vermutlich ein Gemütszustand.“

Empfangen werden wir, in dem auf 900 Seemeter Höhe gelegenen Kurhotel mit einer 90-prozentigen Auslastung, von Gastgeber Direktor Robby Chadha. Patron seit sechs Jahren, führt er sein Haus mit feiner Handschrift. Was heuer auch zum Gold-Award maßgeblich beigetragen hat. Sein Personal – alles „gstandene Waldviertler“ nennt der gebürtige Inder beim Vornamen. Bietet breite Bühne für gelebte Gastfreundschaft. „Der Waldviertler an sich ist ehrlich, fleißig, hilfsbereit und herzlich.“ Charakterisiert er den Menschen-Typ aus dem hohen Norden unseres Landes.

Mit seinen Gästen (80 Prozent Stammkundschaft) setzt er auf Verständnis und Vertrauen. Und so manches persönliche Gespräch unter vier Augen findet auch in leisen Tönen immer wieder statt. Wir aber tauchen jetzt ein in das Herz des Hotels. Wo das schwarze Gold wahre Wunder wirken soll. Moor, das im Waldviertel immer noch abgebaut wird. Heiß und schwarz auf die Haut kommt. Schon versenkt man mich (Schulterbruch) in einem Wasserbett. Gegen Gelenksbeschwerden, Entzündungen und Hautirritationen soll das Moor generell wirken. Und bei Kinderwunsch (was aber bei Patientinnen mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren eher selten vorkommen soll). Nach 20 Minuten heißt es dann ab in die Dusche. In einem minutenlangen Prozedere wird der schwarze „Gatsch“ gründlich abgespült.

Schon wartet Fotografin Marlena im 30 Grad warmen Außenpool. Nur zu zweit durchpflügen wir das Wasser. Luxus pur. Danach wartet schon „Unit“, mein Labrador-Bub, auf mich – Hunde sind nämlich Robby Chadha, dem Direktor, ausgesprochen wichtig. Besitzt er doch selbst zwei wunderschöne Schäfer. Ebenso wie seine ärztliche Leiterin. „Warum sollen Menschen bei uns eine Kur machen, mitunter bis zu drei Wochen bleiben, den geliebten Vierbeiner nicht mitnehmen dürfen?“, so das Credo unisono in Bad Traunstein.

Ein idyllisches Dorf – wenn auch nur ein winziger Ort, – der allerdings mit einem weiteren Höhepunkt aufhorchen lasst. Dem Kräutergarten vis-à-vis der Kirche, die dem heiligen Georg geweiht ist und unter Denkmalschutz steht. Von riesigen Findlingen begrenzt, die schon von der letzten Eiszeit durch Gletscher transportiert wurden, gedeihen hier im Kräutergarten rund 200 Heilpflanzen. Von einheimischen sogenannten Kräuter-Tanten betreut. Allen voran Bio-Bäuerin Rosina Haider. Mit viel Herzblut führt sie Besucher durch ihr jetzt üppig blühendes Reich. Wenn der Mohn gedeiht, zeigt sich das Waldviertel von seiner schönsten Seite.

Abendrot. Von Nebelschwaden weichgezeichnet. Dunkelgrüner Forst versinkt langsam in der Dämmerung. „Das Waldviertel ist vermutlich ein Gemütszustand.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ingrid Altermann, Kronen Zeitung

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