12.06.2019 11:35

Kleine Waise

„Vier Pfoten“ rettet Bärenjunges aus Keller

Nach wochenlangen Verhandlungen mit dem kosovarischen Ministerium für Umwelt und Raumordnung konnte die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ nun ein verwaistes Bärenjunge in ihren Bärenwald Prishtina bringen. Der nur wenige Monate alte Bär wurde Ende Februar 2019 von einer Privatperson im Kosovo gefunden. Obwohl die verständigten Behörden versprachen, ihn zurück zu seiner Mutter zu bringen, entdeckten die Experten den männlichen Bären in einem verdreckten Keller eines Restaurants im Nationalpark Sharr. Im Bärenwald Prishtina findet der junge Bär nun Schutz und ein artgemäßes Zuhause.

„Wir sind dem Ministerium für Umwelt und Raumordnung und der Behörde für Umweltschutz dankbar für ihr Vertrauen in unsere Arbeit. Unser erfahrenes Team vor Ort wird sich nun umfassend um den Bären kümmern und ihm die Pflege zukommen lassen, die er braucht. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit und hoffen, dass wir diese in Zukunft weiterführen können, damit solche Fälle rasch und professionell gelöst werden“, sagt Afrim Mahmuti, der den  „Vier Pfoten“-Bärenwald Prishtina leitet. Der junge Bär wird im Bärenschutzzentrum nur minimalen menschlichen Kontakt haben. In sechs bis neun Monaten wird das Team seinen Zustand erneut evaluieren und entscheiden, ob er in die freie Natur entlassen werden kann.

  • In diesem Karton wurde der kleine Bär gefunden.
    In diesem Karton wurde der kleine Bär gefunden.

Knapp drei Monate in Keller eingesperrt
Das Bärenjunge wurde Ende Februar 2019 von einem Kosovaren vor seinem Haus gefunden und an die verständigten Behörden übergeben. Diese versicherten, den Bären zurück in den Nationalpark Sharr zu bringen und mit seiner Mutter zu vereinen. Das  „Vier Pfoten“-Team entdeckte jedoch durch Zufall, dass der junge Bär Wochen später noch immer von der Nationalparkleitung im Keller eines Restaurants gehalten wurde. In einer kleinen Holzkiste bekam der Bär kaum Tageslicht zu Gesicht und hatte keinen Platz, um sich zu bewegen. Die Tierschützer kontaktierten sofort die Behörden und forderte sie auf, den Bären aus diesen unangemessenen Haltungsbedingungen zu befreien. Nach wochenlangem Hin und Her kam es Anfang Juni 2019 endlich zum Durchbruch bei den Verhandlungen und der Bär wurde an den  „Vier Pfoten“-Bärenwald Prishtina übergeben.

  • Nach der Freilassung im Bärenwald.
    Nach der Freilassung im Bärenwald.

Bärenwald Prishtina: Heimat traumatisierter Bären
Der 10-Hektar große BÄRENWALD Prishtina liegt rund 20 Kilometer außerhalb der kosovarischen Hauptstadt. Derzeit führen dort mit dem Bärenjungen 20 Braunbären, die zuvor als sogenannte Restaurantbären im Kosovo und in Albanien gehalten wurden, ein artgemäßes Leben in großen, natürlichen Gehegen. Zur Aufgabe des 2013 eröffneten Schutzzentrums gehört auch Aufklärungsarbeit. Besucher können die Bären in ihrer natürlichen Umgebung sehen und mehr über sie und andere Tierarten erfahren.

 krone.at
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