05.06.2019 07:15

Verspätungen & Co.

Jetzt steht ein Chaos-Sommer vor der Tür

Flugreisen boomen - 2019 könnte alleine in Wien zum Rekord werden: In Schwechat rechnet man mit 100.000 Passagieren an Spitzentagen. Urlauber müssen sich auf Verspätungen und Wartezeiten einstellen.

Niemand in Europa verreist im Sommer so gerne, wie die Österreicher: Sieben von zehn packen heuer ihre Koffer, zwei Drittel davon zieht es ans Meer. Doch das zu erreichen könnte 2019 Geduld erfordern: Auf die Autofahrer warten Staus, auf den Flughäfen drohen so viele Verspätungen wie noch nie. Denn seit 2014 hat sich die Zahl der ausgefallenen oder verspäteten Flüge mehr als verdoppelt. Mittlerweile hebt jeder fünfte Flieger mindestens 15 Minuten später ab als geplant, so das Fluggasthelfer-Portal Airhelp.

Schuld daran sind oftmals Streiks von Fluglotsen, Sicherheitspersonal oder der Crew. Im vergangenen Monat standen aus diesem Grund unter anderem schon Flughäfen in Italien, Frankreich und Belgien kurzzeitig still. Und es wird nicht das letzte Mal sein: Die Konkurrenz vor allem unter den Billigfluglinien drückt zwar die Ticketpreise – aber eben auch das Einkommen der Mitarbeiter. Wer wegen eines Streiks am Boden bleibt, kann sich zumindest über eine Entschädigung von bis zu 600 Euro freuen.

Ebenfalls ein Grund für das Chaos an den Flughäfen ist die steigende Auslastung. Zuletzt wuchs die Zahl der Passagierflüge in Österreich um zehn Prozent. In Wien erwartet man in der Sommersaison so viele Fluggäste wie noch nie. Und bereitet sich, etwa mit mehr Mitarbeitern im Sicherheitsbereich, darauf vor. Aber auch die Airlines selbst müssten handeln, sagt Laura Kauczynski von Airhelp: „Eine mögliche Maßnahme wäre es, enge Flugpläne zu entzerren.“

Beim ungarischen Billigflieger WizzAir will man mit zusätzlichen Crews den Verspätungen Herr werden. Das geht nur, wenn ausreichend ausgebildetes Personal zur Verfügung steht. Gerade bei Piloten ist das nicht immer der Fall. „Mehr Frauen anzusprechen könnte helfen“, sagt Laura Kauczynski. Aktuell liegt der Anteil weiblicher Piloten weltweit bei keiner Fluglinie über zehn Prozent.

Cobra wehrt Drohnen ab
Streiks der Mitarbeiter, Stürme, Schnee und Minusgrade halten Flieger oft am Boden. Zuletzt kämpften Flughäfen mit einem neuen Problem: Drohnen. Die unbemannten Fluggeräte haben rund um Flughäfen absolutes Navigierverbot. Überfliegen sie das Gelände, bleiben Passagierflugzeuge am Boden. Der Londoner Flughafen Gatwick stand im vergangenen Dezember deshalb einen Tag lang still. 100.000 Passgiere waren betroffen. Auch in Heathrow (London) und Frankfurt gab es aus diesem Grund Startverbote. In Wien soll das nicht passieren: Die dortige Cobra-Einheit wurde eigens ausgebildet, um Drohnen rechtzeitig „auszuschalten“. Bisher sei das aber nicht notwendig gewesen, so der Flughafen.

Staufallen vor Pfingsten entschärft
Blockabfertigung, Wartezeiten, Sperren. Pfingsten bringt nicht nur ein langes Wochenende mit sich, sondern oft auch Stau auf den wichtigsten Autobahnabschnitten, der aufgrund des erhöhten Reise-Verkehrs wohl nicht zu verhindern ist. Um den Zeit- und Nervenverlust am Weg ins Reiseziel möglichst gering zu halten, nehmen viele Abfahrtszeiten mitten in der Nacht auf sich. Auch die Asfinag drehte an einigen Schrauben, um das Stau-Risiko einzudämmen. Wie das möglich ist? Die Sanierung eines Fahrstreifens auf der A1 zwischen dem Knoten Salzburg und dem Grenzübergang Walserberg wird ab Samstag unterbrochen, um wieder zwei Fahrspuren für den Verkehr offen zu haben. Auf der A2-Süd- Autobahn wurde Ende Mai die Baustelle im Packabschnitt in Fahrtrichtung Wien so umgestellt, dass die Arbeiten in den Mittelstreifenbereich verlagert werden, um einen Fahrstreifen wieder zu öffnen. Auch auf der Großbaustelle an der Voestbrücke in Linz wurde unter Hochdruck agiert, damit eine Auffahrt noch vor Pfingsten wieder geöffnet werden kann.

Daten und Fakten:

  • Wird ein Flug abgesagt, hat der Passagier Anspruch auf den Ticketpreis oder eine Umbuchung. Im zweiten Fall muss die Fluglinie sich - je nach Dauer - um Mahlzeiten, Erfrischungen und ein Hotel kümmern.
  • Sowohl bei Absage als auch Verspätung müssen Fluglinien eine Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro bezahlen (je nach Distanz).
  • Bei außergewöhnlichen Umständen (Wetter) sind Fluglinien von der Entschädigungszahlung befreit.

Kronen Zeitung

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