Reptilienzüchter:

„Mit Geckos habe ich eine Seelenverwandtschaft“

Nicht alle Reptilien sind in Österreich von Natur aus heimisch, zahlreiche Exoten bewohnen aber Terrarieren in vielen Wohnungen in Wien. Von der Schlange über die Schildkröte bis hin zu Geckos und der Dornschwanzagame - die Tiere haben zahlreiche Liebhaber hierzulande. Manche von ihnen haben sich deren Aufzucht sogar zum Quasi-Beruf gemacht. City4U hat mit zwei Reptilienzüchtern über ihr ungewöhnliches Hobby gesprochen.

Martin Urban arbeitet eigentlich als Sachbearbeiter in einem IT-Unternehmen. Zuhause hat er sich aber ganz der Aufzucht seiner Geckos namens unter anderem Aaron und Anna, Siam und Sanya und Kiangy und Kilisu verschrieben. „Mit etwa sieben Jahren hat man mir im Safaripark eine Netzpython um den Hals gelegt. Die samtige und kühle Haut mochte ich sofort. Meine Mutter wollte jedoch keine Schlange zuhause, also bekam ich mit zwölf Jahren mein erstes Reptil, eine Sumpfschildkröte“, erzählt Urban im City4U-Talk vom Beginn seiner Leidenschaft.

„Ich züchte definitiv nicht berufsmäßig. Nach vier Jahren im Einzelhandel mit Reptilien kann ich sagen, dass ohne sehr viel Herzblut - unter Anbetracht der Gewinnoptimierung - die Tiere leiden. Deswegen ist züchten kein Job für mich, sondern eher eine Passion“, betont der 35-jährige Wiener. Seit zwölf Jahren hält er hauptsächlich Geckos. „Jungfern-Geckos sind alle weiblich und vermehren sich durch die sogenannte Jungfernzeugung.“ Daneben hält Urban noch drei Kornnattern, die er vom Ei aufgezogen hat sowie eine Hausschlange, die von ihrer Besitzerin verlassen wurde.

Alexander Hörl hat sich das Züchten der Oman Dornschwanzagame zum Hobby gemacht: „Da diese Art relativ selten ist und eine Nachfrage bestand, versuchte ich, diese nachzuzüchten.“ Mit Erfolg. „Ich züchte diese zauberhaften Tiere nun seit drei Jahren. Sie ähneln sehr den ausgestorbenen Dinosauriern und das gefällt mir“, so der 44-Jährige. Außerdem brauchen sie weniger Platz als viele andere Tiere und können auch ein paar Tage ohne Betreuung auskommen. Dabei war am Anfang gar nicht klar, dass Hörl überhaupt ein Pärchen zum Züchten hatte: „Cody, unser Mädchen, wurde von sämtlichen Experten als männliches Tier bestimmt. Da wir angeblich zwei Männchen hatten, trennten wir sie voneinander. Doch ein paar Wochen später legte das angebliche Männchen Cody Eier. Somit waren wir Besitzer eines Pärchens und konnten diese Art nachzüchten.“

Doch was ist wichtig beim Züchten von Reptilien? „Im Prinzip baut man mit dem Terrarium, Temperatur, UV-Licht und der Luftfeuchtigkeit den natürlichen Lebensraum der Tiere nach. Unter Beachtung der Gruppenzusammensetzung - bei den Geckos vertragen sich Männchen untereinander nicht - stellt sich dann auch bald Nachwuchs ein“, erläutert Urban. Für Hörl spielt zudem auch das Futter eine große Rolle. Die Kosten - nur für den Strom der Terrarien - betragen pro Monat zwischen 100 und 150 Euro. Beide Wiener sind sich aber trotzdem einig, dass sie das Reptilienzüchten nicht für monetären Gewinn machen: „Ich verlange nur einen kleinen Obolus für die Abgabe. Worauf ich jedoch bestehe, ist ausreichendes Vorwissen sowie ein bereits fix fertiges Terrarium“, sagt Urban. Auch nach der Abgabe stehen die beiden den neuen Besitzern mit Rat und Tat zur Seite.

„Am meisten Spaß macht es mir, die Geckos bei der Kommunikation untereinander zu beobachten. Natürlich macht es auch Spaß, die Schlangen zu streicheln. Die sind da ein bisschen wie Katzen“, schmunzelt Urban und ergänzt: „Mit den Geckos habe ich jedoch irgendwie eine Seelenverwandschaft. Ich kann nur schwer beschreiben, was mir am besten gefällt.“  Alexander Hörl liebt vor allem die Terrariumgestaltung, den Futteranbau im eigenen Garten sowie das Fotografieren der Tiere. Vor allem Dornschwanzagame Bibi ist ein Vollblut-Model.

Juni 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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