10.06.2019 06:05

Infarkt

„Pflaster“ für geschädigtes Herz

Nach einem Gefäßverschluss geht es vor allem darum, das Leben zu retten. Doch bleibt bei einem Teil der Patienten eine Schwäche der Pumpe zurück. Aufgenähte Herzmuskelzellen helfen bei der „Reparatur“.

Die Notfallversorgung für Infarktpatienten ist heutzutage so gut, dass die meisten Betroffenen überleben. Ein Wermutstropfen: Am Herzmuskel bleiben oft Schäden zurück, welche die Kontraktionskraft der Pumpe dauerhaft beeinträchtigen. Eine Art Pflaster aus gezüchteten Herzmuskelzellen soll in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen, welches die zerstörte Stelle überbrückt. Das wurde auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden verlautbart. Der verbliebene Funktionsausfall des Herzgewebes führt bei ca. einem Viertel der Infarktpatienten zur chronischen Schwäche der Pumpe. Um das zu verhindern, arbeiten weltweit mehrere Labore mit verschiedenen Stammzellen, aus denen sie Herzmuskelzellen gewinnen.

Diese kann man direkt in das Organ spritzen oder auf einem Gerüst aus Collagen oder Fibrin zu einem spontan schlagenden Herzmuskelflicken vorzüchten. Das „Pflaster“ wird auf die Oberfläche des Organes aufgenäht, wächst an und bildet so neues Gewebe. „Das Aufbringen des Pflasters ist zwar aufwändiger als die Zellinjektion, hat aber mehrere Vorteile“, erklärt Prof. Dr. Thomas Eschenhagen vom Zentrum für Experimentelle Medizin des Uni-Klinikums Hamburg-Eppendorf. „Es werden keine Zellen mit dem Blut abgeschwemmt, Herzrhythmusstörungen treten nicht auf und die Kontraktionskraft des neuen Gewebes lässt sich vor dem Implantieren testen.“

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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