27.05.2019 12:35

Trotz Vorstrafe Dienst

33-facher Missbrauch: Haft für Behindertenbetreuer

Ihr Leben lang werden drei kleine Buben an den Folgen dieser furchtbaren Taten leiden: Ein 41-jähriger Behindertenbetreuer aus Klagenfurt hat sich an ihnen sexuell vergriffen. Und das Schlimme ist - der Missbrauch wäre zu verhindern gewesen. Denn der Mann saß bereits als Kinderschänder in Haft, konnte aber nach seiner Entlassung weiter in seinem Beruf arbeiten!

Als Staatsanwältin Tina Frimmel-Hesse vorträgt, was der Angeklagte, ein schüchterner, magerer Mann, seinen Schützlingen angetan hat, fehlen einem die Worte. Es sind sexuelle Übergriffe abscheulichster Natur. An drei kleinen Buben, der jüngste erst sechs Jahre alt, hat sich der 41-Jährige vergangen. Mehrfach. Und während sie schliefen. Und damit er „länger etwas davon hat“, nahm er seine Taten auf Video auf. Dass er beim Prozess dann alles brav gesteht, ist logisch. Die schlimmen Bilder, die sich Richterin Sabine Roßmann und ihre Schöffen anschauen müssen, sprechen für sich. „So etwas ist mir noch nie untergekommen“, sagt Roßmann.

Denn die Vorwürfe lassen niemanden kalt. Vor allem auch, weil der Behindertenbetreuer bereits einmal als Kinderschänder verurteilt worden war und von zwei Jahren Haft 16 Monate auch verbüßt hat. „Ich war jahrelang in Therapie“, erzählt er. „Bis ich sie mir nicht mehr leisten konnte.“ Danach begann er wieder in seinem Beruf zu arbeiten - erst als privater Betreuer, dann über eine Personalleasingfirma für das Land Kärnten, wo er in Kärntner Schulen unterwegs war, um sich behinderter Kinder anzunehmen. „Niemand hat nach einem Leumundszeugnis oder meinem Vorleben gefragt“, sagt er.

Haft und Berufsverbot
Ob das noch Konsequenzen für die Verantwortlichen hat, bleibt offen. Der pädophile Betreuer bleibt für längere Zeit hinter Gittern: sieben Jahre Haft plus Einweisung sowie - endlich! - ein Berufsverbot. Er darf nie wieder mit Behinderten oder Kindern arbeiten.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

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