24.05.2019 10:18

Starlink-Projekt

SpaceX schießt erste Internet-Satelliten in Orbit

Die private Raumfahrtgesellschaft SpaceX hat die ersten 60 von geplanten 12.000 Internet-Satelliten ins All geschossen. Eine „Falcon 9“-Rakete katapultierte in der Nacht auf Freitag alle Satelliten auf einmal vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida in die Erdumlaufbahn, wie das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk mitteilte. Jedes Jahr sollen Tausende weitere Satelliten folgen. Astronomen warnen vor mehr Weltraumschrott.

Alle Satelliten seien inzwischen online, twitterte Musk wenige Stunden nach dem Raketenstart. Ziel des milliardenschweren Programms mit dem Namen Starlink ist es, sowohl entlegene Gebiete als auch Ballungszentren mit schnellem und preiswertem Breitbandinternet zu versorgen. Dazu will SpaceX in den kommenden Jahren nach bisherigen Plänen bis zu 12.000 Satelliten ins Weltall bringen. Um kleineren Teilen der Welt einen beständigen Zugang zum Netz zu garantieren, seien sechs weitere, ähnliche Missionen nötig, sagte Musk nach Angaben des Senders CNN.

Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten sollen dabei Daten von Bodenstationen bekommen und untereinander mithilfe von Lasern weiterleiten. Sie sollen in relativ niedrigen Umlaufbahnen fliegen und im Vergleich zu klassischer Satellitenkommunikation deutlich kürzere Verzögerungszeiten gewährleisten. Die ersten 60 Satelliten können allerdings noch nicht untereinander kommunizieren, sondern nur mit Bodenstationen.

Musk erhofft sich von dem Satelliten-Projekt Einnahmen von rund drei Milliarden Dollar (knapp 2,7 Milliarden Euro) pro Jahr. Das Geld will er eigenen Angaben zufolge unter anderem für seine Pläne zur Besiedelung des Mars nutzen. Der 47-jährige Milliardär hatte vor kurzem angekündigt, ab 2025 mit riesigen Raumschiffen zum Mars fliegen zu wollen.

Herkömmliche Kommunikationssatelliten befinden sich in der Regel in sogenannten geostationären Umlaufbahnen. Das bedeutet, dass sie in der Geschwindigkeit der Erdrotation fliegen und sich dadurch stets in der gleichen Position zur Erdoberfläche befinden. Diese Satelliten sind in großen Höhen von zum Teil mehreren Zehntausend Kilometern - das sorgt für längere Verzögerungen bei der Übermittlung von Signalen. Die Starlink-Satelliten sollen dagegen in einer Höhe von einigen Hundert Kilometern unterwegs sein, was die Reaktionszeit deutlich verkürzt. Dadurch fliegen sie aber viel schneller und es sind mehr Satelliten notwendig.

Da im Orbit neben Hunderten anderen Satelliten inzwischen auch viel Weltraummüll unterwegs ist, sollen die Starlink-Satelliten bekannten Objekten ausweichen. Sie selbst sollen beim Eintritt in die Atmosphäre komplett verglühen.

Markt heiß umkämpft
Auch andere Unternehmen verfolgen vergleichbare Projekte. So hatte im Februar eine Sojus-Rakete die ersten sechs Satelliten von OneWeb ins All befördert. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus und der US-Firma OneWeb, hinter der Internetpionier Greg Wyler steht.

Andere Projekte wie Telesat-Leo vom kanadischen Konzern Telesat sind aktuell in Arbeit. Es gibt auch Start-ups wie die US-Firma Swarm, die Netze aus nur wenige Kilogramm schweren Mini-Satelliten aufbauen. Einige neue Player haben bereits wieder aufgegeben, so etwa Facebook mit seiner Internet-Drohne „Aquila“, die Signale von Satelliten zum Boden weiterleiten sollte.

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