15.05.2019 17:10

Autoaktien ziehen an

Strafzölle auf Pkw: Trump verschiebt Entscheidung

Vergangenes Jahr hatte US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht, sollte die Europäische Union nicht bald ihre langjährigen Zölle und Barrieren für US-Produkte beseitigen und niederbrechen. Am Mittwoch hieß es aus gut informierten Kreisen, Trump werde seine Entscheidung über Strafzölle für europäische Importwagen und Bauteile um bis zu sechs Monate verschieben.

Das sagten drei Regierungsmitarbeiter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Eine offizielle Erklärung dazu werde bis Samstag erwartet. Über die Entscheidung eines bis zu sechsmonatigen Aufschubs berichteten zudem die Nachrichtenagentur Bloomberg und der Sender CNBC.

Abgaben von bis zu 25 Prozent geplant
Die US-Gesetzeslage räumt dem Präsidenten die Möglichkeit ein, seine Entscheidung über die Zölle bei laufenden Gesprächen bis zu 180 Tage zu verschieben. Bisher wollte Trump schon bis zum Samstag dieser Woche über Abgaben von bis zu 25 Prozent befinden.

Autohersteller rechneten mit Verschiebung
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche berichtet, dass Autohersteller aber mit einer Verschiebung rechneten. Handelsgespräche der US-Regierung mit Europa und Japan dauern an. Autobauer aus allen drei Regionen wie General Motors, Volkswagen und Toyota haben vor negativen Folgen von Zöllen gewarnt.

Strafzölle würden besonders Deutschland treffen
Die nun von Trump erneut angedrohten Strafzölle auf Autos würden besonders die deutschen Hersteller hart treffen, denen viele österreichische Firmen zuliefern. Deutschland exportierte im vergangenen Jahr Pkw im Wert von knapp 22 Milliarden Euro in die USA. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat entspricht das mehr als der Hälfte aller Autoexporte der EU in die USA.

„Schutz der nationalen Sicherheitsinteressen“
Trump hatte im Mai vergangenen Jahres beim Handelsministerium eine Prüfung in Auftrag gegeben, ob die EU-Autoeinfuhren den nationalen Sicherheitsinteressen der USA schaden. Er hatte bereits die Strafzölle auf Aluminium und Stahl mit dem Schutz der nationalen Sicherheitsinteressen begründet.

Europäische Autoaktien beflügelt
Nach Bekanntwerden der vermutlichen Verschiebung zogen Autoaktien an den europäischen Börsen stark an, und der deutsche Leitindex DAX und der EuroStoxx-50 drehten ins Plus.

 krone.at
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