Maskottchenmacherin

„Ich habe einen Beruf, der anderen Glück bringt“

Die meisten werden die Auftritte von Richard Lugner bei der Comedy-Sendung „Wir sind Kaiser“ kennen. Oft will er sich dort - getarnt und verkleidet - in eine Audienz schleichen. Einige der Kostüme, die er dabei trägt, stammen von Erika Reimer. Die Kostümbildnerin hat sich auf die Herstellung von Tierfiguren und Maskottchen spezialisiert. So stammt zum Beispiel das Maskottchen der Austria Wien - Super Leo - aus ihrer Werkstatt. Auch auf der Fashionweek in Paris waren ihre Bären bereits zu sehen. City4U hat mit ihr über ihren spannenden Beruf gesprochen.

Maskottchen sollen ja Glück bringen, also könnte man sagen, Erika Reimer stellt in ihrer Werkstatt in Niederösterreich das Glück her. Für die pensionierte Kostümbildnerin ist die Herstellung von Tierkostümen und Maskottchen ihre größte Leidenschaft. Begonnen hat sie als Kostümbildnerin und Schneiderin am Theater und im Fernsehen. Irgendwann fragten immer mehr Kunden ihres Kostümfundus nach Tierkostümen und Werbefiguren. Da entschied sich Reimer sich als Tierkostüm- und Maskottchenmacherin zu selbstständig zu machen. Seit 1995 ist sie damit erfolgreich.

„Meine erste Arbeit war ein Wolfskostüm, mein erstes Maskottchen ein Teesackerl“, erinnert sich Reimer im City4U-Interview. Abhängig von der Vorlage dauert die Herstellung eines Kostümes von einer bis zu drei Wochen, der Preis liegt zwischen 1500 und 4000 Euro. „Das Schwierigste ist, dass passende Material zu finden. Die Fellstrukturen und Farbvarianten können ebenfalls eine Herausforderung sein.“ Doch die Qualität ihrer Arbeit ist mittlerweile über Österreichs Grenzen hinaus bekannt. 2014 stolzierten 15 Eisbären aus ihrem Hause auf der Pariser Fashionweek. „Das war für die Marke Moncler. Auf diese Arbeit bin ich am meisten stolz“, verrät Reimer. Aktuell sind die von ihr hergestellten Klappmaulpuppen im Kult-Kabarett Krawutzi Kaputzi zu sehen.

„Man erschafft ja irgendwie auch ein Wesen, ähnlich wie beim Puppenmachen. Wenn es dann jemand anzieht, wird es schließlich lebendig“, betont die 70-Jährige und ergänzt: „Man hofft natürlich, dass der Träger die richtigen Moves drauf hat, um die Eigenheiten des Maskottchens zu verstärken.“ Generell fühle sich Reimer während der Arbeit sehr mit ihren Tieren verbunden: „Sie sind wie Kinder, die man dann in die Welt entlässt.“ Wie genau so ein Bär „geboren wird“, zeigt Erika Reimer in diesem Video:

Mai 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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