11.05.2019 12:30

Lärmstudie präsentiert

Außerfern: 50 % fühlen sich „stark belästigt“

Seit Freitag ist die gefühlte Lärmbelästigung der Außerferner Bevölkerung speziell an der Motorradroute auch amtlich: Die vom Land Tirol in Auftrag gegebene „Motorradlärmstudie Außerfern“ belegt nun in detaillierten Analysen auf 228 Seiten, wie groß die objektiven Belastungen und die empfundenen Störungen sind.

Um dem Ruf der Außerferner Bevölkerung nach Maßnahmen gegen den Motorradlärm nachzukommen, sei es nötig, das Ausmaß der Belastung durch den Motorradlärm abschätzen zu können, argumentiert LHStv. Ingrid Felipe den Sinn der im letzten Jahr in Auftrag gegebenen Motorradlärmstudie Außerfern, deren Ergebnisse am Freitag präsentiert wurden. „Diese Datenbasis ermöglicht es nun auch, konkrete Abhilfen angehen zu können“, so Felipe.

Flächendeckende Darstellung der Lärmbelastungen
Nach Lärmmessungen und Verkehrszählungen im vergangenen Sommer wurde zunächst im Herbst 2018 von der Abteilung Emissionen, Sicherheitstechnik und Anlagen (ESA) des Landes ein umfassendes Lärmmodell erstellt, das jedes Wohngebäude im Außerfern berücksichtigt. Studienautor Christoph Lechner: „Über wirkungsbezogene Lärmkarten und einen eigenen Differenzlärmpegel für den Motorradverkehr erfolgte eine flächendeckende Darstellung der Lärmbelastungen.“

571 Personen befragt
Anschließend wurde eine repräsentative Telefonbefragung vom Marktforschungsinstitut IMAD durchgeführt. Um der besonderen Belästigungsreaktion auf den Motorradlärm auf den Grund zu gehen, wurden dabei 571 Personen befragt. „Der Mitwirkungsgrad der Bevölkerung an den Befragungen war enorm“, weiß Felipe, „die Rücklaufquote war über 90 Prozent.“

Für Befragungsleiter David Schnaiter zeigen die Studienergebnisse ein klares Bild: „Das Ausmaß der Belästigungsreaktion auf den Motorradlärm tritt deutlich zutage. Selbst bei niedrigen Lärmpegeln, verglichen mit jenem zweispuriger Kraftfahrzeuge, empfinden sich die AußerfernerInnen zu knapp 50 Prozent als stark vom Motorradlärm belästigt.“ Unter den Befragten bestehe ein sehr großes Bedürfnis nach motorradlärmverminderten Schritten.

„Studie kostet nur Geld“
Für Fritz Gurgiser, dem Sprecher der Bürgerbewegung „Xunds Lechtl“, ist die Studie hingegen entbehrlich: „Eine Studie, die niemand von uns gefordert hat, reduziert kein einziges Dezibel an Lärm, sie kostet nur Steuergeld.“ Vielmehr seien die Behörden endlich aufgerufen, die STVO umzusetzen, die beinhalte ohnehin die geeigneten Maßnahmen.

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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