02.05.2019 20:43

Ein Präzedenzfall?

Arbeitsunfall! Gericht gab Ex-„Adler“ Müller recht

Jener Unfall, der am 13. Jänner 2016 das Leben des damals 23-jährigen Skispringers Lukas Müller drastisch verändert hat, ist nach einer Klage des Kärntners vom Verwaltungsgerichtshof als „Arbeitsunfall“ eingestuft worden! Müller, der sich damals als Vorspringer für die Skiflug-WM 2016 auf dem Kulm einen inkompletten Querschnitt zugezogen hatte, sorgte damit möglicherweise für einen Präzedenzfall.

Müller sitzt seit dem Unfall im Rollstuhl, musste u.a. sein Auto umbauen lassen und hat auch große Folgekosten. Darum kämpfte er auch aus versicherungstechnischen Gründen um die Anerkennung als Arbeitsunfall und aus seiner Sicht um soziale Gerechtigkeit. Der ÖSV bzw. die Austria Ski WM und GroßveranstaltungsgesmbH war der Meinung, dass der Unfall auf dem Kulm als „Freizeitunfall“ einzustufen sei, hat diesbezüglich aber eine Niederlage erlitten.

HIER sehen Sie ein Interview, das krone.tv im Oktober 2016 mit Lukas Müller geführt hat!

„Lukas Müller war ein großes und hoffnungsvolles Nachwuchstalent, sein Unfall war eine Tragödie. Nicht nur für ihn, auch für uns und seine Kollegen im ÖSV“, wurde Verbands-Präsident Peter Schröcksnadel in einer Aussendung zitiert. Der ÖSV wolle nun prüfen, welche sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen dieses Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs auf künftige Sportveranstaltungen haben wird.

  • Auch die Familie hat ihren Luki natürlich immer wieder besucht.
    Auch die Familie hat ihren Luki natürlich immer wieder besucht.

„Das betrifft aber nicht nur den ÖSV, sondern könnte Auswirkungen auch für andere Sportverbände und -veranstalter in Österreich haben“, erklärte Schröcksnadel. „Die Frage ist: Welchen sozialversicherungsrechtlichen Status haben Personen und Freiwillige, die - außerhalb des Kaders - an Sportveranstaltungen teilnehmen und wie müssen sie allenfalls arbeitsrechtlich abgesichert werden? Welche Konsequenzen entstehen daraus auch für kleine Veranstaltungen? Es wird dafür eine praktikable Regelung brauchen, um kleinere Veranstaltungen auch künftig durchführen zu können.“

Der ÖSV habe sich für  Müller nach dem Unfall sehr dafür eingesetzt, dass ihm eine entsprechende Entschädigung von den Versicherungen zuerkannt wurde, die ihm helfen sollte, seine schwierige Situation zu erleichtern. Müller habe bisher 480.000 Euro aus ÖSV-Versicherungen sowie weitere 350.000 Schweizer Franken (306.024,31 Euro) aus einer Rahmenversicherung des Skiweltverbands FIS erhalten.

Allerdings deckt nur ein anerkannter Arbeitsunfall die lebenslangen Folgekosten ab. Die Entscheidung zugunsten Müllers könnte nicht nur für Sportler, sondern zudem die Absicherung des Betreuerstabes auch in anderen Sportarten auf neue Beine stellen.

 krone.at
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