„13 reasons why“

Wegen Serie: Zahl der Suizide bei Teenies steigt

Wie sehr beeinflusst die Popkultur - oder genauer gesagt Serien - unser Leben? Sie beeinflusst nicht nur unser Leben, sondern auch unseren Tod. Eine US-Studie hat sich mit der Selbstmordrate von Teenagern beschäftigt und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: Nach dem Start von „Tote Mädchen lügen nicht“ stieg die Rate bei den 10- bis 17-Jährigen um 30 Prozent an. In der Serie geht es um eine Schülerin, die sich nach Intrigen und einer Vegewaltigung schließlich das Leben nimmt. Hängt der Anstieg der Selbstmordrate also mit dem Start der Serie zusammen?

Hannah Baker ist neu an ihrer High School. Nach und nach wird sie durch Intrigen immer mehr zur Außenseiterin, bis sie sich schließlich nach einer Vergewaltigung das Leben nimmt. In der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ hinterlässt sie schließlich 13 Kassetten (Originaltitel: „13 reasons why“), in denen sie die 13 Gründe und Personen nennt, die daran Schuld haben, dass sie sich umgebracht hat. Die Serie war von Anfang an umstritten, viele Kritiker befürchteten, dass Teenager quasi in den Tod getrieben werden würden und dass das Thema Suizid in gewisserweise romantisiert und glorifiziert werde. Denn nachdem Hannah Baker sich umgebracht hat und die Kassetten im Umlauf sind, zerbricht das perfekte Leben der anderen in sich und (fast) alle werden sich bewusst, was sie ihr angetan hatten.

Nach Ausstrahlung der ersten Staffel sah sich Netflix gezwungen, eine Trigger-Warnung am Anfang jeder Folge auszustrahlen, sowie Helplines für Suizidgefährdete an deren Ende. Doch das war vielen nicht genug. Zu Recht, wie eine aktuelle Studie des National Institutes of Health zeigt: Die Selbstmordrate bei US-Teenager im Alter von zehn bis 17 Jahren stiegt im April 2017 um fast 30 Prozent an. Die Wissenschaftler betonen zwar, dass sie keinen direkten Zusammenhang zwischen der Serie - die übrigens ein Riesenerfolg war, Staffel 3 soll noch 2019 ausgestrahlt werden - und der erhöhten Selbstmordrate beweisen könne und die Studie an ihre Grenzen stoße.

Aber: Seit 31. März 2017 wurde „Tote Mädchen lügen nicht“ ausgestrahlt. Und: Die Suizide waren in den folgenden Monaten nach Ausstrahlung der Serie zwischen April und Dezember 2017 wesentlich höher, als - basierend auf bisherigen Daten - erwartet wurde. Zahlreiche Eltern und Gesundheitseinrichtungen sehen sich nun in ihrer Kritik bestätigt. Co-Produzentin Selena Gomez, die selbst an Depressionen und Angstzuständen leidet, verteidigt jedoch die Serie. Es sei wichtig, dass auch Tabu-Themen in Serien vorkommen würden, sodass ein Gespräch in der Realität daraus entstehe.

Der Streaming-Dienst Netflix teilte nach Erscheinen der Studie mit, dass sich man sich mit den Ergebnissen beschäftigen würde und betonte, dass eine Studie der Universität von Pennsylvania zu dem Ergebnis gekommen sei, dass junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren, die die zweite Staffel der Serie gesehen haben, eher weniger oft Selbstmordgedanken haben.

Mai 2019

Viktoria Graf
Viktoria Graf
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