Hexenkesselstimmung

„Miss Vienna“-Wahl: Pleiten, Pech & böse Gerüchte

Im Club Schwarzenberg in Wien ist am Donnerstag die schönste Frau der Hauptstadt gekürt worden: die 23-jährige Beatrice Körmer. „Ich habe mich sehr hart auf diese Wahl vorbereitet. Ich bin froh, dass ich mir endlich meinen Mädchentraum erfüllen konnte und dass ich es geschafft habe“, freut sie sich im Anschluss an die Verleihung. Ihr Glück teilen nicht alle. Nach ihrem Auftritt gab es Buhrufe während der positiven Bewertungen. Immer wieder werden Gerüchte laut, Beatrice wäre zum Sieg geschoben worden. „Ich weiß, dass da nichts Wahres dran ist!, erklärt sie direkt im Anschluss an die Verleihung im City4U-Talk. Mittlerweile hat auch die “Miss Austria Corporation" per Aussendung sowie ein Jury-Mitglied per Facebook dazu reagiert. Es herrscht Aufregung in den sozialen Netzwerken. Hexenkesselstimmung vor der Wahl zur neuen Miss Austria am 6. Juni in Wels.

Bereits Tage vor dem „Miss Vienna“-Finale wurden Gerüchte laut, dass Körmer im Vorfeld medial bevorzugt wurde. Zudem wurde „Miss Vienna“-Veranstalterin Agens Goebel vorgeworfen, ein Naheverhältnis zu der Finalistin zu haben. Anonyme Mails an die Miss Austria Corporation orteten Schiebung - vor allem was die Zusammensetzung der Jury anging. Dann DAS: Die 23-jährige Wienerin gewann! Alles nur Zufall, ein Sieg der Gerechtigkeit, oder Schiebung?

Direkt im Anschluss an die Krönung nahm die frisch gebackene „Miss Vienna“ im City4U-Gespräch rund um die Vorwürfe der Schiebung Stellung. „Ich weiß, dass da nichts Wahres dran ist, die Agnes weiß das und alle, die hinter mir stehen, wissen das auch!“, so Körmer überzeugt. Im Bezug auf die Buhrufe gibt sie sich selbstbewusst: „Da muss man drüberstehen. Es war das erste Mal, dass ich öffentlich solche Buhrufe bekommen habe. Aber ich weiß, dass meine Familie und meine Freunde hinter mir stehen. Und sie haben mich auch angefeuert und bejubelt. Somit habe ich mein Lächeln trotzdem behalten können!“

Vorwürfe werden einer Prüfung unterzogen

Orkanartige Ansagen im Vorfeld via Presseaussendungen der Lizenzvergeber, dem Ehepaar Kerstin und Jörg Rigger, darüber, man wolle „den Titel aberkennen“, entpuppten sich bis dato als laues Lüftchen. Die Miss bleibt jetzt mal im Amt.

In einer Aussendung meldete sich die „Miss Austria Corporation“ jedoch wie folgt zu Wort: „Die MISS AUSTRIA CORPORATION Veranstaltungsges.m.b.H. (MAC) hat mit sämtlichen Lizenznehmern, so auch mit Frau Göbel, umfangreiche Verträge abgeschlossen, die die Rechte und Pflichten der Lizenznehmer konkret festlegen. Es ist daher auch genau vertraglich dargestellt und den Lizenznehmern bekannt, auf welche Art und Weise eine Wahl abzuhalten ist. Dies liegt grundsätzlich im Verantwortungsbereich der Lizenznehmer. Die MAC sieht sich als Lizenzgeberin sehr wohl in der Verantwortung, im Falle des Verstoßes gegen vertragliche Pflichten die notwendigen Konsequenzen zu ziehen - diese reichen von der sofortigen Beendigung der Zusammenarbeit bis zur Aberkennung von Titeln. Die MAC nimmt ihre Verantwortung sehr ernst, was allerdings mit sich bringt, dass sämtliche Vorwürfe (wie sie auch derzeit in Zusammenhang mit der MissViennaWahl 2019 erhoben werden) einer konkreten Prüfung unterzogen werden, bevor allenfalls voreilige Schritte gesetzt werden. Durch diese Vorgehensweise soll auch gewährleistet sein, Teilnehmerinnen davor zu schützen, durch allenfalls unberechtigte Vorwürfe beeinträchtigt zu werden.“

Ein konkreter Zeitraum für die Untersuchung wurde nicht genannt. 

„Wahl wird ein rechtliches Nachspiel haben“

Ex-Politiker Peter Westenthaler, dessen Tochter Conny an der Wahl teilnahm und im Mittelfeld landete zeigt sich besonders erbost. „Diese Wahl wird ein rechtliches Nachspiel haben. Zwei Notare traten auf, die bezeugten, dass niemand aus der Jury ein Naheverhältnis zu den Kandidatinnen habe. Wenig später trat Mausi Lugner auf und erzählte, wie gut sie mit Frau Körmer befreundet sei und gab ihr danach 10 Punkte“, so der aufgebrachte Westenthaler zur „Krone“, „Die anderen Mädchen sind verheizt worden. Als Vater denkt man, dass das eine Farce ist.“

Auch auf Facebook machte er seinem Ärger öffentlich Luft:

„Mädels, ihr seid alle wunderschön“

Die ersten Jury-Mitglieder haben sich mittlerweile von den Vorwürfen distanziert. Ekaterina Mucha etwa betont im sozialen Netzwerk: „Ich habe (mit 10 anderen Juroren) mein Bestes gegeben.“

Schönheits-Küren längst ein Auslaufmodel?

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Miss-Wahl in Österreich zu Diskussionen führt. Erst wurde 2018 der Siegerin (sie wurde vertragsbrüchig) der Titel aberkannt, danach gab es Wirbel um die Wahl der Miss Oberösterreich.

Und all das passiert auch immer wieder in der Sogwirkung der Diskussion, ob wir denn überhaupt eine Miss benötigen. Oder ob das Model der Wahl zur schönsten Frau (heuer am 6. Juni in Wels) nicht ohnehin längst ein Auslaufmodell ist.

Norman Schenz, Julia Ichner

April 2019

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