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Reparieren statt wegwerfen im Repair Café

Was macht man mit einem Radio oder einer Kaffeemaschine, die nicht mehr funktionieren? Die meisten werfen die Gebrauchsgegenstände weg. Doch das muss nicht sein. Im Wiener Repair Café werden liebgewonnene Dinge von Proftis gratis repariert. „Viele Menschen denken gar nicht mehr ans Reparieren, weil ein Neuprodukt oft billiger ist oder einfach das Know-How fehlt“, erklärt Projektgründer Peter Erlebach, der das mit seinem Repair Café ändern will.

Seit vier Jahren werden im Repair Café kaputte Gebrauchsgegenstände wieder „geheilt“. Alles, was nicht mehr funktioniert und man selbst tragen kann, darf von zu Hause mitbegracht werden. Die häufigsten „Patienten“ sind Radioempfänger, Plattenspieler, Kaffeemaschinen, Kopfhörer, Uhren und andere Haushaltsgeräte. Die Fachleute im Repair Café, die großteils aus pensionierten Elektrikern, Elektronikern, Tischlern und Studenten bestehen, finden fast immer eine Lösung. Doch auch die Besucher können selbst Hand anlegen, denn es stehen verschiedenste Werkzeuge und Materialien bereit.

Nachhaltigkeit ist ein immer größeres und wichtiges Thema, das zeigt sich auch bei Peter Erlebachs Projekt. Dem großen Interesse am Reparieren stehen oft nur eine Handvoll ehrenamtliche Mitarbeiter gegenüber, sodass es schon mal zu längeren Wartezeiten kommen kann. „Wir suchen deshalb unbedingt neue Fachleute, die Freude am Umgang mit Menschen und am Reparieren haben. Besonders willkommen sind pensionierte Radio- und Fernsehtechniker sowie Ingenieure“, betont Erlebach.

„Von der verstummten Kuckucksuhr, über den Staubsauger, dem die Luft ausging, bis zum gebrochenen Bein eines Rokoko Sessels wurde bisher alles mögliche wieder fit gemacht“, erzählt Initiator Erlebacher stolz. Bisher wurden mehr als 400 Reparaturen durchgeführt, etwa 80 Prozent davon erfolgreich. Aber: CD- und MP3-Player gehören zu den schwierigsten Patienten, eine Reparatur ist meist schwierig und erfordert sehr viel Zeit.

„Leider werden neue Produkte oft reparaturfeindlich hergestellt und im Vergleich zu ihren Vorgängern in geringerer Qualität gestaltet. Im Handel gibt es auch kaum Beratung zu Recycling oder Ersatzteilen für Produkte“, weiß Erlebacher. Das Repair Café möchte den Menschen die Scheu vor handwerklicher Arbeit nehmen, das Umweltbewusstsein wecken und zeigen, wie einfach reparieren sein kann. Die Kommunikation die dabei entsteht, ist mehr, als nur ein schöner Nebeneffekt. Schließlich ist es ja ein Repair Café, wo bei Kaffee und Kochen getüftelt wird. Hier kommen alle Menschen zusammen: Vom Jungstudenten bis zur 92-jährigen Nachbarin. „Wenn man von einem unbekannten Nachbarn die Kaffeemaschine repariert haterfährt man viel über den Menschen und seine Lebensweise“, freut sich Erlebacher.

April 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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