15.04.2019 17:13

Besamung ging schief

Schildkröte stirbt bei Versuch, Art zu retten

Ausgerechnet beim Versuch, eine der seltensten Tierarten der Welt vor dem Aussterben zu retten, ist das letzte weibliche Exemplar der Gattung gestorben: Das Schicksal der Jangtse-Riesenweichschildkröte scheint mit einem missglückten Besamungsversuch besiegelt. Nur einen Tag nach dem Eingriff starb die letzte Vertreterin ihrer Art.

Die größte Süßwasser-Schildkröte der Erde soll seit 270 Millionen auf unserem Planeten existieren - sie lebte sogar noch vor der Ära der Dinosaurier. Seitdem hatte sie mehrere Naturkatastrophen überstanden, doch die Begegnung mit dem Menschen dürfte die Gattung wohl nicht überleben.

  • Die Jangtse-Riesenweichschildkröte in einer historischen Zeichnung.
    Die Jangtse-Riesenweichschildkröte in einer historischen Zeichnung.

Es gibt nur mehr drei bekannte Exemplare der Gattung
Nach dem Tod der Schildkrötendame in einem chinesischen Zoo gibt es nur mehr drei bekannte Exemplare auf der ganzen Welt. Ein Männchen lebt ebenfalls im Suzhou Shangfangshan National Forest Park, wo das Weibchen im Rahmen des Zuchtprogramms verstarb. Zwei weitere Exemplare leben in zwei Seen in Vietnam. Das Geschlecht der freilebenden Schildkröten ist nicht bekannt und sehr schwer festzustellen.

Das 90 Jahre alte Weibchen sollte künstlich befruchtet werden, um die Art zu retten. Es wurden fünf Versuche unternommen, um Nachwuchs in die Welt zu setzen. Obwohl sowohl der Patientin als auch dem Männchen beste Gesundheit attestiert wurde, verstarb das Weibchen rund 24 Stunden nach der letzten Besamungsversuch durch die Forscher.

Ihr einziger natürlicher Feind war der Mensch
Die Riesenweichschildkröte, die über einen Meter lang und 100 Kilogramm schwer werden kann, hat eigentlich keine natürlichen Feinde - mit Ausnahme des Menschen. Denn lange galt das Reptil in Asien als Delikatesse und wurde erbarmungslos gejagt. Obwohl sein Fleisch alles andere als gesund ist - ganz im Gegenteil. Aufgrund des hohen Alters der Schildkröte sammeln sich Schwermetalle in ihrem Körper an. Außerdem wurde ihr natürlicher Lebensraum immer mehr zerstört.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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