„Flötenzauber“

Theater von Menschen mit und ohne Behinderung

Am Freitag, 12. April feiert das neue Stück des inklusiven Tanztheaters „Ich bin OK“ Premiere im Theater Akzent. Über 110 Tänzer mit und ohne Behinderung präsentieren bis zum 5. Mai ihre Interpretation von „Die Zauberflöte“. In „Flötenzauber“ vermischt sich der Klassiker - mit der Königin der Nacht und Sarastro - mit der modernen Welt, in der behinderte junge Menschen vor großen Herausforderungen stehen. Doch mit Mut, Liebe und Selbstvertrauen und einer offenen Gesellschaft, überwinden sie alle Hindernisse. City4U hat vorab mit den Darstellern und der künstlerischen Leitung gesprochen.

Mittels der universellen Sprache des Tanzes Inklusion voranzutreiben und Barrieren abzubauen, ist seit nunmehr 40 Jahren das Ziel von „Ich bin OK“. Über 120 Mitglieder hat der Verein im Moment, bietet 16 verschiedene Tanzkurse und jährliche Tanztheaterproduktionen. Die heurige feiert am 12. April Premiere im Theater Akzent. „Wir versuchen, bestehende Stücke zu adaptieren und auf unser Leben zu übertragen. In diesem Jahr haben wir uns für ,Die Zauberflöte‘ entschieden“, erzählt Hana Zanin-Pauknerova, die Obfrau von „Ich bin OK“ sowie die künstlerische Leiterin des Tanzstudios, beim City4U-Besuch im Theater Akzent nach der ersten Schulvorstellung. „Das Werk lässt sich gut auf uns übertragen, denn auch unsere Schüler müssen lernen, mit Gut und Böse umzugehen, dass man im Leben Prüfungen bestehen muss und man keine Angst vor Herausforderungen haben soll.“

Die Proben für „Flötenzauber haben im September begonnen, davor gab es ein Casting für die Hauptrollen. „Wir waren überrascht, so viele Talente zu sehen. Deswegen haben wir uns entschlossen, in zwei Besetzungen zu spielen. Aber der Hälfte werden die Rollen getauscht“, erklärt Attila Zanin, künstlerischer Leiter der „Ich bin OK“-Dance Company. Natürlich würde es mehr Zeit brauchen, ein Stück mit Menschen mit und ohne Behinderung auf die Beine zu stellen: „Man muss den Mut haben, nicht alles in Perfektion bringen zu wollen und die Darsteller lernen zu lassen. Meistens haben sie es dann nach der halben Spielzeit komplett verinnerlicht und sind sehr in ihrer Rolle hineingewachsen“, sagt Hana Zanin-Pauknerova.

Nach der ersten Schulvorstellung sind die beiden Choreografen zwar geschafft: „Es war anstrengend und eine große Herausforderung. Man muss noch viel selbst helfen“. Die Darsteller sind aber umso glücklicher. „Ich liebe es auf der Bühne zu stehen und in verschiedene Rollen zu schlüpfen“, freut sich Swatina, die in diesem Jahr gemeinsam mit ihrem Tanzpartner als erstes Paar mit Downsyndrom den Opernball eröffnen durfte. Die 26-Jährige hat gleich vier Rollen inne und liebt nicht nur das Schauspiel, sondern auch Interviews mit der Presse. Auch die 23-jährige Elena ist mit ihrer ersten Performance zufrieden: „Ich tanze schon seit 15 Jahren. Es macht mir einfach Spaß.“

Dass Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft sichtbarer werden, ist essentiell. „Kunst ist ein Grundbedürfnis von jedem um persönlich zu wachsen. Es ist wichtig, dass auch andere Gruppen auf Bühnen zu sehen sind, um herauszufinden, wie eben andere bestimmte Themen interpretieren“, bekräftigt Attila Zanin. Das findet auch Schauspieler Mathias, der die Hauptrolle des Tamino innehat und im Rollstuhl sitzt: „Wir müssen uns doch nicht verstecken. Wir präsentieren uns, auch wenn wir eine Einschränkung haben, die sichtbar ist.“

April 2019

Was: Flötenzauber

Wann: 12. April, 2., 4., 5., und 8. Mai

Wo: 4., Theresianumgasse 18 - Theater Akzent

Tickets ab 20 Euro

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mehr