Psychoanalyst sagt:

Wer andere auf Social Media blockt, ist Egomane

Die sozialen Medien haben in manchen Menschen das Beste herausgeholt, wenn sie diese Form des Internets für gute Taten benutzen. In vielen anderen Menschen haben sie jedoch das Schlechteste zutage gefördert. User, die sich nur selbst profilieren wollen, auch auf Kosten anderer. Der US-Psychoanalyst Steve McKeown hat sich mit der Praxis des Blocken in den sozialen Medien beschäftigt und bestätigt: User, die andere blocken, sind Egomanen, die von ihren Problemen davonlaufen.

In der realen Welt kann man seine Mitmenschen nicht einfach ausblenden. Wenn man ein Problem mit einem Kollegen in der Arbeit hat, muss man es klären oder es ertragen. Man kann die Person nicht davon abhalten, nicht mehr in seine unmittelbare Umgebung zu treten. In der virtuellen Welt ist das anders: Wenn ich mit einem anderen User eine Meinungsverschiedenheit habe oder ihn einfach nicht mehr aufpoppen sehen möchte, dann blocke ich ihn einfach. Und schon ist er verschwunden. Das Problem jedoch nicht, wie Psychoanalyst Steve McKeown weiß: „Es ist eigentlich eine ziemlich lächerliche Praxis, welche nur ein Pflaster auf schwierige soziale Interaktionen klebt.“

Die Interaktionen in den sozialen Medien würden vor allem auf menschliche Unsicherheiten, geringes Selbstbewusstsein sowie dem Drang, akzeptiert zu werden, abzielen, erzählte er dem Magazin Unilad. Man sehe schöne Bilder von anderen, will genauso sein, ist es aber nicht - dann ist man traurig. Viele bedenken nicht, dass die Darstellung in den sozialen Medien nicht das reale Leben zeigt. Sondern nur die besten Ausschnitte daraus. Das Gleiche gelte auch für Unterhaltungen. Wird eine schwierig, blockt man den User einfach. Das zeigt laut McKeown vor allem eines: „Diese Menschen sind sehr mit sich selbst beschäftigt, egomanisch und verfügen meist über sehr geringes Selbstbewusstsein.“

Die Psychologie von schwierigen sozialen Interaktionen könne nicht durch den Blockieren-Button gelöst werden. Auch wenn es noch so verlocken ist, wenn die Cousine das 1357. Bild von ihrem süßen Kind hochlädt, obwohl sie weiß, dass du selbst gerne eines hättest oder der Onkel eine konträre politische Meinung postet. „Jeder kennt unschöne Emotionen. Wenn man jemanden blockt, verschwinden sie aber nicht“, bekräftigt der Psychoanalyst. Der Blockier-Button sei wichtig, für Stalker oder Online-Mobbing - nicht aber die Lösung für jede Meinungsverschiedenheit.

Eine neue Studie hat zudem herausgefunden, dass die Zeit, die man in den sozialen Medien verbringt, unmittelbar mit dem eigenen Glücksgefühl zusammenhängt. Genauer gesagt: Je mehr Zeit man mit seinem Smartphone verbringt, desto unglücklicher ist man eigentlich. Der Blockier-Button alleine kann da nicht helfen. Das Einzige was wirklich helfen kann, ist die soziale Interaktion in der Realität zu leben, nicht in der Virtualität.

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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