14.03.2019 13:04

Auch Cobra im Einsatz

Drohende Explosion: Massenevakuierung in Wien

Massenevakuierung am Donnerstagmorgen in Wien: Eine Gasflasche, die in Brand geraten war, drohte in der Linzer Straße im Bezirk Penzing zu explodieren, mehrere Hundert Menschen mussten daraufhin in Sicherheit gebracht werden. Auch die Polizeieinheit Cobra wurde am Vormittag zum Ort des Geschehens gerufen, um durch gezielte Schüsse auf die brennende Gasflasche die Gefahr zu bannen.

Die Einsatzkräfte seien gegen 8 Uhr zu einem Firmenareal in der Linzer Straße gerufen worden, berichtete Feuerwehrsprecher Christian Feiler. Eine Acetylengasflasche war im Kellerbereich einer Baustelle - dort wird derzeit ein sechsstöckiges Bürogebäude errichtet - in Brand geraten und drohte zu explodieren. Wie ein Baustellenmitarbeiter schilderte, seien ihm in der Früh mehrere wegen des Brandes aufgeregte Arbeiter aus dem Keller entgegengekommen, als er von dort ein Gerät holen wollte. „Ich war gerade draußen Werkzeug holen. Als ich zurückging, kamen mir bereits rund 15 Leute entgegen und sagten, es tritt Gas aus“, schilderte Betonschneider Patrick Grossmann. Laut dem Bauarbeiter waren zu diesem Zeitpunkt rund 50 Personen auf der Baustelle tätig.

Rund 700 Menschen in Sicherheit gebracht
Die rund eineinhalb Meter lange Flasche, die sich auf einer Palette befand, habe im Bereich der Armaturen zu brennen begonnen, präzisierte Feiler. Rund 700 Menschen, darunter auch zahlreiche Angestellte der an die Baustelle angrenzenden Bürogebäude, mussten daraufhin von den Einsatzkräften aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. „Binnen weniger Minuten waren alle draußen“, berichtete der Zeuge weiter. Panik hätte es keine gegeben. Die Mitarbeiter wurden im Anschluss großteils nach Hause geschickt.

Auch Cobra im Einsatz
Die Einsatzkräfte entschlossen sich, die brennende Gasflasche kontrolliert abbrennen zu lassen. „Wir lassen die Flasche brennen, damit nicht unkontrolliert Gas ausströmt“, sagte Feiler. Parallel werde die Gasflasche gekühlt. Am Vormittag traf auch die Polizeieinheit Cobra vor Ort ein. „Wenn die Flasche so weit ausgebrannt ist, dass sie kurz transportiert werden kann, wird sie in einen Bereich gebracht, wo die Cobra kontrolliert Löcher reinschießen kann“, so der Feuerwehrsprecher über das weitere Vorgehen. Dadurch könne das restliche Acetylengas austreten. „Es verdünnt sich mit Luft, dann ist die Gefahr gebannt“, so Feiler.

„Wie eine Fackel ausgebrannt“
So geschah es dann auch: Die Flasche wurde schließlich - unter ständigem Kühlen - draußen vor einer Betonmauer aufgestellt. Da sich an der Stelle in unmittelbarer Nähe Bahngleise befinden, wurde der Verkehr vorübergehend eingestellt. Ein Präzisionsschütze der Spezialeinheit Cobra schoss sie mit acht Schüssen auf. Dabei wurde Leuchtspurmunition verwendet, das Projektil enthält einen pyrotechnischen Satz, der sich beim Abfeuern entzündet. „Die Flasche ist dann wie eine Fackel ausgebrannt“, schilderte Feiler.

Im Einsatz standen insgesamt 40 Mann der Feuerwehr, auch zehn Fahrzeuge waren vor Ort. Auch die Polizei sowie ein Teil des Katastrophenzuges der Wiener Berufsrettung wurde zum Einsatzort beordert. Gegen 12 Uhr konnten die Bürogebäude schließlich wieder freigegeben und der Einsatz beendet werden. Verletzte gab es nicht zu beklagen.

Alarmstufe 4 bei Brand in Donauzentrum
Gegen die Flammen hatten die Helfer der Feuerwehr bereits am Samstag im Wiener Donauzentrum kämpfen müssen. Im Trakt am Eck Wagramer Straße - Siebeckstraße war Feuer ausgebrochen, Alarmstufe 4 wurde ausgegeben. Elf Stunden lang standen die rund 200 Kräfte der Feuerwehr ingesamt im Einsatz.

Die Ermittlungen zur Brandursache laufen nach wie vor, die Schäden, auch vor allem durch das Löschwasser, stellten sich in der Folge geringer heraus als zunächst befürchtet.

 krone.at
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