Skurriler Job

Einer der letzten Chirurgiemechaniker Wiens

Die Medizin hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt, täglich retten Ärzte weltweit zahlreiche Menschenleben. Damit sie das aber auch können, benötigen sie unter anderem die richtigen chirurgischen Instrumente. Diese stellt Anton Cserich in seinem Betrieb her. Der 50-jährige Chirurgiemechaniker ist einer der letzten Selbstständigen auf diesem Gebiet in Wien, da seine Arbeit vermehrt Großbetriebe übernehmen. City4U hat mit ihm gesprochen.

Der Chirurgieinstrumentenerzeuger ist ein Lehrberuf mit dreieinhalb Jahren Lehrzeit und gehört zum Fachgebiet der Mechatronik. „Der Mechaniker wartet und repariert chirurgische Instrumente sowie medizinische Geräte wie etwa Scheren, Skalpelle und andere Schneidinstrumente und Klemmen“, erklärt Anton Cserich im City4U-Gespräch. Sein Betrieb Chirurgie-Mechanik besteht seit 1964, er selbst arbeitet seit der Lehrzeit in diesem Beruf und es macht ihm noch immer Spaß: „Am meisten gefällt mir die Abwechslung. Man weiß nie, welche Aufträge in der Werkstatt landen.“

Bei manchen Aufträgen muss man auch durchaus etwas Kreativität beweisen: „Wir hatten einmal eine Rippenschere zur Reparatur bei uns. Das Instrument wird bei einer Operation dazu verwendet, die Rippen zu durchtrennen. Um sie testen zu können, brauche ich natürlich Knochen. Also habe ich mich auf den Weg zum nächsten Fleischhauer geholt, um ein paar Sparerips zu besorgen. Leider war das im Winter gar nicht so einfach. Die mussten vorbestellt werden. Nach zweitägiger Verzögerung hatte ich meine Sparerips aber schließlich in der Werkstatt, konnte meine Rippenschere testen und den Auftrag abschließen“, lacht Cserich.

Kleine Betriebe wie jener des Wieners sind inzwischen eine Seltenheit: „Die Produktion von chirurgischen Instrumenten haben in den letzten Jahren Großbetriebe übernommen. Die Kleinbetriebe die übrig geblieben sind, haben sich auf die Reparatur und Sonderanfertigung von chirurgischen Instrumenten spezialisiert“, beschreibt der 50-Jährige. Als Chirurgiemechaniker arbeitet man mit speziellen Metallbearbeitungsmaschinen: „Man sollte eine gute Augen-Hand-Koordination mitbringen und die Feinmotorik der Hände und Finger sollte gut ausgeprägt sein. Auch Nahsehvermögen und ein ausgeprägter Tastsinn sind wichtig“, sagt er und widmet sich wieder seiner Arbeit, die dabei hilft, zahlreichen Menschen das Leben zu retten.

Februar 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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