Nicht jeder mag Farbe

Nachbar beschwert sich über „schwule“ Gartendeko

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Diese Erfahrung musste auch Julie Baker aus den Vereinigten Staaten machen. Sie hat in ihrem Garten nämlich bunte Laternen als Dekoration aufgehängt. Sehr zum Missfallen ihres Nachbarn, der auf die kreative Ader der Frau mit einem bösen Brief reagiert hat, den er auf ihrem Gartenzaun hinterlassen hat: „Ihr Garten wird immer schwuler. Ich und andere in der Nachbarschaft bitten Sie, die Deko etwas runterzuschrauben. Dies ist eine christliche Nachbarschaft.“ Doch damit hat sich der „besorgte Hauseigentümer“ wohl selbst ein Bein gestellt. Denn Julie Baker startete eine Crowdfunding-Aktion, um ihren Garten „noch schwuler“ gestalten zu können, um mit Farbe gegen Schwulenhass aufzutreten.

Mit Nachbarn ist es nicht immer einfach. Manche feiern wilde Partys, andere sind nicht die ordentlichsten Genossen und manchen kann man es nie Recht machen. So ein Exemplar hat die US-Amerikanerin Julie Baker aus Baltimore neben ihr wohnen. Die vierfache Mutter und Witwe hat einfach ein paar bunte Windlichter in ihrem Garten aufgehängt, um das graue Großstadtambiente etwas farbenfroher zu gestalten. Das passte ihrem religiösen Anwohner jedoch gar nicht.

Er sah sich dazu genötigt, einen Brief zu verfassen: „Ihr Garten wird immer schwuler. Ich und andere in der Nachbarschaft bitten Sie, die Deko etwas runterzuschrauben. Das ist eine christliche Nachbarschaft und hier leben Kinder. Behalten Sie die Deko bei, bin ich gezwungen, die Polizei zu rufen. Menschen wie Sie sollten Respekt für GOTT haben. Ein besorgter Hauseigentümer.“ Julie Baker zögerte nicht lange und reagierte sofort auf die Sorgen des anonymen Nachbarn.

Das tat sie jedoch sicherlich anders, als es der gottesfürchtige Herr erwartet hätte. Sie postete den Brief online und startete eine Crowdfunding-Kampagne, um ihren Garten noch schwuler gestalten zu können. „Ich starte dieses Fundraising, damit ich mein Haus ,noch viel schwuler‘ gestalten kann. Wenn die Summe hoch genug wird, werde ich versuchen ein Regebogen-Dach machen zu lassen. Ich bin Witwe und Mutter von vier Kindern. Mein jüngstes ist in der High School und ich werde mich nicht dem Hass beugen. Stattdessen werde ich ihn mit Marotten, Schönheit, Lacher und Liebe - gehüllt um mein Haus, Garten und Familie - bekämpfen.“

Dieses Statement kam bei den Usern an. Nach acht Tagen wurden bereits mehr als 43.000 US-Dollar (37.900 Euro) - statt dem Ziel von 5000 US-Dollar - gespendet. Baker hat das Fundraising nun abgestellt. Jetzt hat sie genügend Kapital, um mit ihrer witzigen Aktion gegen Homophobie zu kämpfen. Und wer weiß: Vielleicht wacht der grimmige Nachbar bald auf und sieht ein Regenbogendach, wenn er aus dem Fenster schaut.

Februar 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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