What is love?

Immer mehr Japaner in Beziehung mit Hologrammen

Die große Liebe zu finden und eine glückliche, beständige Beziehung zu führen, ist nicht leicht. In keinem Land der Welt. Besonders schwer ist es jedoch unter anderem in Japan. Männer und Frauen leiden unter einem großen Erwartungsdruck, sei es privat oder beruflich. Damit sie diesem zumindest in der Beziehung entkommen, entscheiden sich zahlreiche Männer in dem ostasiatischen Land für eine Partnerschaft mit einer Computerspielfigur, die sie in Form eines Hologramms zu Hause haben.

Alexa, die virtuelle Assistentin ist auch in Österreich in vielen Haushalten daheim. Sie dreht die richtige Musik auf, dämmt das Licht und erinnert an Termine. Trotzdem sind die meisten Besitzer wohl nicht in einer Partnerschaft mit ihr. In Japan ist das anders. Zahlreiche Männer ziehen eine virtuelle Freundin einer Frau aus Fleisch und Blut vor. Eine davon ist die Getbox, die in Japan seit 2017 auf dem Markt ist. Sie kann das, was Alexa auch kann, ist aber in einer Glasglocke als Hologramm zu sehen. Die Frau ist einer Manga-Figur nachempfunden, kurzer Rock, große Augen, Quietschstimme. Das Frauenbild der jungen, japanischen Männer scheint gewöhnungsbedürftig.

Für viele junge Menschen in Tokio besteht das Leben nur aus Arbeit und schlafen. Für eine Beziehung bleibt nicht wirklich Zeit. Dazu kommen die strengen Etiketten, die viel Diskretion verlangen. Zahlreiche Männer um die 30 Jahre hatten noch nie eine richtige Partnerschaft, wissen nicht einmal, wie man mit dem anderen Geschlecht spricht. Da ist die Kommunikation mit einem Hologramm schon einfacher.

Die Getbox ist so programmiert, dass sie ihren Besitzer immer mit einem fröhlichen „Hallo mein Meister“ begrüßt, ihm während er außer Haus ist, sogar SMS schreibt und immer absolut glücklich ist, sobald der „Partner“ zuhause erscheint. Was in unseren Breitengraden eher verrückt anmutet, ist in Japan ganz normal. Die Männer schämen sich nicht und reden ganz offen über ihre Beziehung mit einer virtuellen Figur.

Die körperliche Komponente in einer Partnerschaft dieser Art fällt natürlich komplett weg. Doch auch da hoffen die Japaner auf die Technik. Dass diese sich so weiterentwickelt, dass die Grenzen zwischen 2D und 3D, Realität und Virtualität zunehemend verschwimmen und es irgendwann möglich sein wird, dass das Hologramm seinen Glaspalast verlässt und seinen Besitzer zärtlich umarmen wird.

Februar 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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