12.02.2019 12:43

Medikamente per App

Rezept soll bis 2022 elektronisch werden

Das Rezept wird digitalisiert: Startend in zwei Pilotregionen in Kärnten im April 2020 sollen Medikamente-Verschreibungen schrittweise bis Mai 2022 österreichweit digitalisiert werden. Hauptverband, Ärztekammer und Apothekerkammer erwarten sich vom e-Rezept mehr Sicherheit, eine leichtere Verwaltung und den Abbau eines Papierbergs von derzeit Kilimandscharo- auf Großglockner-Höhe.

Das elektronische Rezept werde das Leben von Patienten, Ärzten, Apothekern und der Sozialversicherung „enorm erleichtern“, ist Hauptverbands-Vorsitzender Alexander Biach überzeugt. 60 Millionen Rezepte werden jährlich in Österreich ausgestellt, das sei ein Berg so hoch wie der Kilimandscharo (5895 m). Allein durch den Wegfall von Rezeptblöcken etc. werde sich der Hauptverband 2 bis 2,4 Mrd. an direkten Kosten sparen.

Wie das e-Rezept funktioniert, schildert der stellvertretende Hauptverbands-Generaldirektor Volker Schörghofer: Der Arzt (auch ein Wahlarzt mit Rezepturbefugnis) speichert die Verschreibung im E-Card-System (nicht auf der E-Card) und kann es dem Patienten auf das Handy oder per Mail schicken, aber nach wie vor auch ausdrucken. Dies aber nicht mehr auf die alten Rezeptformulare, sondern auf ein „ganz normales A4-Blatt“.

Medikamente per E-Card oder Handy-App
Der Patient kann auf meinesv.at einsehen, welche Rezepte offen sind - und sie auch von dort herunterladen oder ausdrucken. In der Apotheke kommt er entweder mit der E-Card oder per Handy-App zu seinem Medikament; ist es dort nicht lagernd, bleibt das Rezept offen und kann bei einer anderen Apotheke eingelöst werden. Der Apotheker schickt die Daten elektronisch zur Verrechnung an den Hauptverband.

Das e-Rezept kann auch ohne Patientenkontakt (z.B. bei Dauermedikation oder für Heime) ausgestellt werden. Auf Hausbesuch oder bei Systemausfällen kann weiter händisch verschrieben werden. Das e-Rezept wird auch in die E-Medikation eingespeist, um etwa Wechselwirkungen mit anderen Arzneien zu erkennen.

Schutz vor Missbrauch
Ein großer Vorteil ist laut Apothekerkammer-Vizepräsident Christian Wurstbauer, dass die Rezeptgebührenbefreiung bei Erreichung der Obergrenze einfacher (ohne große Recherchen der Apotheke) und tagesaktuell (jetzt dauert es sechs bis acht Wochen) erfolgen wird. Außerdem werde Missbrauch - beispielsweise mit gefälschten Rezepten oder Mehrfach-Einlösung - verhindert.

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