12.02.2019 11:37

Mehr Urlaub gefordert

Pflegekräfte streiken: „35 Stunden sind genug!“

Nach dem vorläufigen Scheitern der Kollektivvertragsverhandlungen für die Sozialwirtschaft haben am Dienstag dreitägige Warnstreiks im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich begonnen. Bis Donnerstag gibt es in rund 75 Betrieben an 150 Standorten zeitweilige Arbeitsniederlegungen. Außerdem werden in zahlreichen Betriebsversammlungen neue Streiks beschlossen.

Neben zahlreichen kleineren Organisationen sind von den Warnstreiks auch Teile der SPÖ-nahen Volkshilfe, des ÖVP-nahen Hilfswerks, der Lebenshilfe sowie des „Kuratoriums Wiener Pensionistenwohnhäuser“ betroffen. Darüber hinaus sind viele weitere Aktionen geplant, wie etwa eine Kundgebung auf der Wiener Mariahilfer Straße, bei der der Behindertenbereich seine Probleme darstellt.

  • GPA-Verhandlungsführer Reinhard Bödenauer bei einer Kundgebung bei der Sucht- und Drogenkoordination Wien
    GPA-Verhandlungsführer Reinhard Bödenauer bei einer Kundgebung bei der Sucht- und Drogenkoordination Wien

„Leib und Leben sind gesichert“
Die Gewerkschaft versicherte im Vorfeld zwar, dass Betreuung und Pflege garantiert seien, kein Patient oder Klient werde zu Schaden kommen. „Leib und Leben sind gesichert“, hieß es. Allerdings wurden Beeinträchtigungen nicht ganz ausgeschlossen. So können Behindertenwerkstätten ebenso ausfallen wie in der Pflege einzelne Tagesbetreuungen oder auch Teile der Kinderbetreuung.

„Sechs Wochen Urlaub“
Eine Demonstration ihres Kampfeswillens hatte die Gewerkschaft vor der Sucht- und Drogenkoordination Wien Dienstagvormittag organisiert. An die 30 Personen ließen auf Transparenten wissen: „Sozialarbeit ist mehr wert“, „Sechs Wochen Urlaub“ und „35 Stunden sind genug“. „Wer pflegende Angehörige hat weiß, wie schwer diese Arbeit ist“, sagte der stellvertretende GPA-Bundesgeschäftsführer und Verhandlungsführer Reinhard Bödenauer.

Die Gewerkschaft wartet nun auf ein „qualifiziertes Angebot“ vonseiten der Arbeitgeber. Andere Branchen hätten nämlich weit mehr aus den Kollektivvertragsverhandlungen herausholen können, betonte Bödenauer. Er machte klar, dass man es ansonsten bei dem dreitägigen Warnstreik nicht belassen werde.

 krone.at
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